Wirtschaft : Paul Achleitner, "Sparkassenleiter von Göppingen" und Finanzvorstand der Allianz AG

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Als Paul Achleitner im vergangenen September zum neuen Finanzvorstand der Allianz AG avancierte, belohnten die Aktionäre die Personalentscheidung des Versicherungskonzerns mit einem kräftigen Kursanstieg. Denn der Investmentbanker war in Börsenkreisen als aktiver Beteiligungsmanager bekannt. Als persönlich haftender Gesellschafter hatte er bei Goldman Sachs unter anderem den Zusammenschluss der Autokonzerne Daimler-Benz und Chrysler begleitet. Auch den feindlichen Übernahmeversuch Thyssens durch den Krupp-Konzern 1997 begleitete er. Jetzt kümmert er sich um die Beteiligungen des Allianz-Konzerns.

"Wir werden ihn vermissen", bedauerte Goldman-Sachs-Vorstandschef Henry M. Paulson den Weggang des gebürtigen Österreichers. 1988 hatte Achleitner bei dem Wertpapierhaus in New York begonnen, sechs Jahre später wurde er Mitgesellschafter. Begonnen hatte der promovierte Ökonom seine Karriere als Manager bei der strategieschen Unternehmensberatung Bain & Co., Bosten. Er arbeitete außerdem für die Harvard Business School und für die Hochschule St. Gallen, an der er Bankbetriebswirtschaftslehre studiert und seinen Doktortitel erworben hatte. Achleitner entsprach nie dem Klischee des extravaganten Investmentbankers, der sich im Erfolg sonnt. "Wer ihn betrachtet, könnte meinen, er leite die Sparkasse in Göppingen", lästerte die Presse einst über ihn.

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