Wirtschaft : Pay-TV: Bei Premiere World startet eine neue Führungsmannschaft

hps

Premiere World, das deutsche Bezahlfernsehen, gilt als das Sorgenkind von Leo Kirch. Nun soll ein neuer Mann an der Spitze dem Pay-TV endlich zum Durchbruch verhelfen. Zum 1. Januar übernimmt Manfred Puffer den Vorsitz der Geschäftsführung und - überraschend - auch bei der Holding Kirch Pay TV, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

Der Finanzspezialist, seit April als Geschäftsführer Finanzen und Controlling bei der Kirch Holding, führte bereits seit dem Ausscheiden des 40-jährigen Markus Tellenbach vor rund zwei Monaten die Geschäfte bei Premiere. Ungewöhnlich ist nach Meinung von Branchenbeobachtern die Lösung, dass Puffer die Verantwortung bei dem stark defizitären Pay-TV-Sender auf ein vierköpfiges Team verteilt. Der 37-Jährige, der bei Goldman Sachs und der früheren Bayerischen Vereinsbank arbeitete, wird die Bereiche Marketing, Vertrieb, Technik und Abonnenten verantworten. Er wird unterstützt von dem Medienmanager Michael Börnicke (Finanzen), dem Pay-TV-Spezialisten Ferdinand Kayser (Unternehmensentwicklung) und dem ARD-Redakteur Hans Sager (Produkt Premiere World). Vor allem mit Ferdinand Kayser holt Puffer einen ausgewiesenen Experten des Bezahlfernsehens in die Unternehmensführung. Der 42-Jährige, zuvor bei der CLT und seit 1997 Geschäftsführer des Hamburger Pay-TV-Senders Premiere, kennt das diffizile Geschäftsfeld wie kein anderer. Die vier Manager werden ab Januar sowohl die Geschäfte von Premiere als auch der Holding führen. Damit soll nach Aussage einer Premiere-Sprecherin "die Führungsstruktur vereinheitlicht werden".

Premiere World gehört zu 95 Prozent Kirch Pay TV GmbH & Co. KGaA und zu fünf Prozent der RTL-Group. Die Kirch Holding hält derzeit 69,75 Prozent an der Pay TV-Holding. Nach den letzten offiziellen Zahlen besitzt Premiere 2,2 Millionen Kunden, davon nutzen etwa 1,7 Millionen das für den Konzern lukrativere digitale Angebot.

Leo Kirch hat in den letzten Jahren Milliarden in sein Pay-TV investiert. Für das teure Geschäft mit dem Bezahlfernsehen hatte Kirch in den vergangenen Monaten verschiedene Geldspritzen erhalten, so zum Beispiel durch den Einstieg der US-Fondsgesellschaft Lehmann Brothers Merchant Banking oder durch die Beteiligungen des saudischen Prinzen Al Walid und des US-Medienfonds Capital Research bei der Kirch Pay TV.

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