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Pay-TV : Fußball ist überall

05.01.2013 00:00 Uhrvon
Der Ball ist rund, das Spiel dauert 90 Minuten. Alles andere ist Verhandlungssache – besonders wenn es um die Übertragungsrechte geht.Bild vergrößern
Der Ball ist rund, das Spiel dauert 90 Minuten. Alles andere ist Verhandlungssache – besonders wenn es um die Übertragungsrechte geht. - Foto: dapd

Telekom und Sky kooperieren – nicht nur bei der Übertragung der Bundesliga. Experten sehen positive Entwicklung beim Abo-TV.

Fernsehen ist ohne Fußball nur halb so schön – jedenfalls gilt er als einer der attraktivsten TV-Inhalte. So hat die Deutsche Telekom jahrelang viel Geld ausgegeben, um mit Bundesliga live ihr Fernsehangebot namens Entertain besser verkaufen zu können. Doch für die Rekordsumme von 1,9 Milliarden Euro für die Jahre 2013 bis 2017 jagte ihr vergangenes Jahr der Abo-Sender Sky sämtliche Übertragungsrechte ab. Nun kooperieren beide Sender: Sky – inklusive Bundesliga live – wird ab der kommenden Spielzeit auch über Entertain angeboten.

Die Kooperation soll bis Mitte 2017 laufen, kündigten beide Unternehmen am Freitag an, ohne finanzielle Details zu nennen. Experten und die Börse sehen vor allem für Sky Vorteile in der Kooperation. Die Sky-Aktie legte am Freitag zeitweise um mehr als drei Prozent zu.

Experten erwarten aber auch eine positive Entwicklung für den gesamten Markt. Über viele Jahre hatte das über Abonnement oder pro Abruf bezahlte Fernsehen in Deutschland einen schweren Stand. Anders als etwa in den USA gibt es hierzulande finanzstarke öffentlich-rechtliche Sender. Und anders als etwa in England gibt es eine große Auswahl an frei empfangbaren Privatsendern, die sich über Werbung finanzieren.

Und so fällt die Bilanz bescheiden aus: Bei 40 Millionen Fernsehhaushalten in Deutschland insgesamt zahlen bei Kabel Deutschland nur 1,9 Millionen Kunden für Premium-TV-Abonnements, die Telekom kommt auf knapp zwei Millionen Entertain-Kunden, Sky meldete zum Ende des dritten Quartals 3,2 Millionen Abonnenten. „Im Vergleich zu anderen Industrienationen ist das eine sehr geringe Verbreitung – und dies obwohl die Haushaltseinkommen in Deutschland relativ hoch sind“, sagt Clemens Schwaiger von der Beratungsgesellschaft Arthur D. Little. So habe der durchschnittliche Monatsumsatz eines Sky-Deutschland-Kunden 2011 bei 30,46 Euro gelegen, Entertain-Kunden zahlten im Schnitt 45 Euro (allerdings inklusive Internet und Telefon), wogegen BskyB-Kunden in Großbritannien umgerechnet etwa 51,30 Euro pro Monat zahlten.

In der Kooperation der beiden Sender sieht Schwaiger einen generellen Trend. „Auch in anderen weiterentwickelten Märkten sehen wir solche Partnerschaften“, sagt Schwaiger. Die Kooperation von Telekom und Sky habe auch Vorteile für den Kunden. „Der Kunde muss sich nicht mehr für ein Modell entscheiden, weil er verschiedene Angebote auf einer Plattform nutzen kann.“ Gewinner des Deals mit der Telekom ist in Schwaigers Augen Sky. Für den Sender bedeute dies eine Stabilisierung des Geschäftsmodells. „Zum einen kann Sky seine hohen Ausgaben für die Bundesliga-Rechte auf diese Weise besser refinanzieren, zum anderen bekommt der Sender Zugang zu einem Kundenstamm, der ihm bisher verschlossen war“, sagt Schwaiger. Schließlich sei die Telekom zuletzt der am schnellsten wachsende Anbieter gewesen. Die Telekom wiederum würde durch die Hinzunahme des Angebots von Sky ihren Konkurrenten – den Kabelnetzbetreibern – immer ähnlicher. „Für den Kunden bedeutet das aber, dass er sich nicht mehr entscheiden muss, ob er lieber Fußball oder ein hochwertiges Filmangebot haben will.“

Der Verband der privaten Rundfunk- und Fernsehsender VPRT sieht jedenfalls eine positive Entwicklung des Abo-Fernsehens in Deutschland. Während er für die Fernsehwerbung 2012 mit einem Wachstum von etwa 1,5 Prozent rechnet, sollen die Erlöse aus dem Pay-TV um zwölf Prozent zugelegt haben. 2011 erzielten die privaten Programme bei Gesamterlösen von rund 8,4 Milliarden Euro lediglich Einnahmen von rund 1,5 Milliarden Euro aus dem Pay-TV.

Impulse bringt vor allem die technische Entwicklung. So steigt etwa mit der Verbreitung der hochauflösenden TV-Geräte die Nachfrage nach HD-Inhalten an. HD-Programme bieten die privaten Sender aber nur gegen Aufpreis an. Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland nennt die Nachfrage nach HD-Inhalten daher einen wichtigen Wachstumstreiber. Auf der anderen Seite wollen immer mehr Zuschauer sich ihr Programm selbst zusammenstellen und es zu der Zeit ansehen, zu der es ihnen am besten passt.

Fußball-Fans, die es bisher gewohnt waren, sich bei Entertain ihre persönliche Bundesligakonferenz zusammenzustellen, müssen darauf nicht verzichten. Die gewohnten Zusatzangebote soll es auch unter der Regie von Sky geben. Auch der Preis bleibt, jedenfalls in der kommenden Saison. Was ab 2014 passiert und was Bundesliga live dann kosten soll, wollen Telekom und Sky erst im Sommer verraten.

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