Pay-TV : Kartellamt prüft Bündnis zwischen Premiere und Arena

Das Bundeskartellamt wird das neue Bündnis zwischen Premiere und dem ehemaligen Rivalen Arena unter die Lupe nehmen. Die Pay-TV-Sender sehen dem aber gelassen entgegen.

München/Bonn - Es sei noch nicht klar, ob es sich bei der Kooperation überhaupt um einen Zusammenschluss handele, der unter die Fusionskontrolle falle und daher beim Kartellamt angemeldet werden müsse, sagte ein Sprecher der Wettbewerbsbehörde. Dies könne dann der Fall sein, wenn das Finanzinstitut einen Einfluss erlange, der zu Wettbewerbseinschränkungen führen könne. Um diese Frage zu klären, werde das Kartellamt die Verträge prüfen.

Ein Sprecher von Premiere sagte, man sehe der Prüfung "gelassen entgegen". Die treuhänderische Verwaltung der Anteile sei weisungsfrei. Damit gäbe es für Arena keinerlei Möglichkeit auf die Konzernpolitik Einfluß zu nehmen.

Premiere vermarktet Arena

Die beiden Bezahlsender hatten am Vortag eine enge Allianz verkündet. Premiere kann künftig über Satellit in ganz Deutschland das Fußball-Bundesligaangebot des Konkurrenten Arena verbreiten. Im Gegenzug übernimmt Arena über eine Kapitalerhöhung 16,7 Prozent der Premiere-Anteile. Ein unternehmerischer Einfluss von Arena soll durch die Verwaltung der Anteile durch ein unabhängiges Finanzinstitut ausgeschlossen werden.

Premiere und Arena sehen kein Kartellrisiko. Das Bündnis müsse nicht beim Kartellamt angemeldet werden, weil nur eine bestehende Kooperation vertieft werde, sagte Premiere-Chef Georg Kofler. Auch der Chef des Arena-Besitzers Unity Media, Parm Santhu, sagte, durch die treuhänderische Verwaltung der Premiere-Aktien durch ein Finanzinstitut gebe es kein Kartellrisiko. Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Wolf-Dieter Ring, hatte diese Konstruktion in einer ersten Reaktion als beispielhaft für ähnliche Bündnisse in der Medienbranche in der Zukunft genannt. (tso/dpa/mac)

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