Wirtschaft : Pechiney-Chef eröffnet neue Runde in der Aluminium-Schlacht

New York/Paris/Brüssel. Übernahmeschlacht auf dem internationalen Aluminiummarkt geht in die nächste Runde. Nach dem Fusionsangebot des Weltmarktführers Alcoa für den US-Aluminiumproduzenten Reynolds Metals Co. schloss der Chef von Pechiney SA, Jean-Pierre Rodier, ein Gegenangebot für Reynolds am Donnerstag nicht aus.

Pechiney schließt sich mit der kanadischen Alcan und der Schweizer Algroup zum Großkonzern A.P.A. für Aluminium und Verpackungsmaterial zusammen und bringt dadurch die Spitzenstellung von Alcoa ins Wanken. Darum hatte der US-Konzern mit einem Angebot für Reynolds gekontert.

Der Verwaltungsrat von Reynolds Metals Co. (Richmond/Virginia) will am Sonntag auf einer außerordentlichen Sitzung seines Verwaltungsrates über das Alcoa-Angebot beraten. Der bisherige Weltmarktführer aus Pittsburgh (Pennsylvania) hatte 5,6 Mrd. Dollar (10,2 Mrd. DM/5,2 Mrd. Euro) für den Konkurrenten geboten. Wall-Street-Experten meinen, dass Reynolds die Offerte wahrscheinlich als unzureichend zurückweisen wird.

An der Wall Street stießen die Äußerungen von Pechiney-Chef Rodier auf Interesse, der in einem Interview auf die Frage nach einer möglichen Gegenofferte von A.P.A. für Reynolds im französischen Radiosender Europe 1 sagte: "Wir dürfen nichts ausschließen."

Alcoa-Reynolds würde es auf einen Umsatz von 21,4 Mrd. Dollar bringen und wäre damit ebenso groß wie die A.P.A.-Gruppe. Das fusionierte US-Unternehmen würde mehr als 21 Prozent des weltweiten Aluminiummarktes kontrollieren. Daher rechnen amerikanische Kartellexperten mit einer eingehenden wettbewerbsrechtlichen Untersuchung dieser Fusion. Die EU-Wettbewerbshüter in Brüssel hatten noch keine Informationen über den US-Zusammenschluss, wie ein Sprecher der EU-Kommission sagte. Die Aktien von Reynolds stiegen am Mittwoch um 17 Prozent auf 65,25 Dollar, die Alcoa-Aktien auf 69,375 Dollar.

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