Peking wertet auf : China will Yuan um fünf Prozent steigen lassen

Die Regierung der Volksrepublik China will den Yuan um fünf Prozent steigen lassen. Andere Industrienationen hatten das schon lange gefordert.

Es ist eine Forderung, die die Industriestaaten seit langem wiederholen: Die Volksrepublik China soll ihre Währung, den Yuan, aufwerten. Länder wie die USA werfen den Chinesen vor, sich durch ihre billige Währung Vorteile im Welthandel zu verschaffen und damit künstlich für Ungleichgewichte zu sorgen. Denn die Unterbewertung der Währung kurbelt den Export an, sodass die Chinesen die Industrienationen günstig beliefern können, verteuert aber auch die Importe etwa von Rohstoffen und treibt so die Inflation im eigenen Land.

Nun will die Volksrepublik ihre Währung im neuen Jahr langsam aufwerten lassen. 2011 werde China eine Verteuerung des Yuan um fünf Prozent gegenüber dem US-Dollar zulassen, schrieb das „China Securities Journal“ am Mittwoch. Das Journal gilt als Sprachrohr der kommunistischen Führung.

Begründet wird der Schritt mit der wachsenden Inflation in China. Im November stiegen die Verbraucherpreise um 5,1 Prozent – der höchste Zuwachs seit mehr als zwei Jahren. „Die Yuan-Aufwertung wird die Importe verbilligen und damit den Einfluss steigender Rohstoffpreise auf dem internationalen Markt dämpfen“, hieß es im Journal. Dies mindere den Teuerungsdruck. 2010 ist Chinas Wirtschaft um zehn Prozent gewachsen, gestützt durch eine massive Kreditvergabe und das Konjunkturprogramm.

Es ist nicht das erste Mal, dass China dem wachsenden Druck der Weltgemeinschaft nachgibt. Im vergangenen Jahr ließ die Regierung den Yuan bereits um 3,6 Prozent aufwerten. Für das erste Quartal 2011 rechnen Experten mit einer Steigerung um zwei Prozent, auch als Signal im Vorfeld des Besuchs von Präsident Hu Jintao bei US-Präsident Barack Obama Mitte Januar. Vergangene Woche verteuerte sich die chinesische Währung auf ein Rekordhoch von 6,5896 Yuan je Dollar.

Laut Zentralbankchef Zhou Xiaochuan verstärkt die Politik des billigen Geldes in den USA die Inflation in China noch. Um sie weiter zu bremsen, will die chinesiche Zentralbank die Berechnung der Mindestreserven, die Geldinstitute bei ihr halten müssen, reformieren. Man prüfe derzeit die Möglichkeit, auf einzelne Banken zugeschnittene Vorgaben zu machen, sagte Zhou. jmi

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