Wirtschaft : Pensionssondervermögen zur Alterssicherung

OSKAR H.METZGER

Bundesverband fordert Gesetzesinitiative / Gute Rendite und hohe Sicherheit für den AnlegerVON OSKAR H.METZGERWegen des in Zukunft höchstwahrscheinlich niedrigeren Rentenniveaus wird ein zusätzliches Alterseinkommen unverzichtbar.Auch die Rentenreformkommission der Bundesregierung rät zu mehr Eigenvorsorge.Der Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften in Frankfurt (BVI) legte daher einen Vorschlag für eine Gesetzesinitiative zur Einführung von Pensionssondervermögen vor.Mit diesem Konzept könne ein angemessenes Altersversorgungsniveau mit möglichst geringem Aufwand für alle Beteiligten - Arbeitnehmer, Unternehmen und Staat - erreicht werden. Wesensmerkmale von Pensionssondervermögen sind in den Augen von Rolf Passow als Sprecher des BVI-Vorstands die Kombination aus substanzwertorientierter Anlagepolitik mit dem hohen Anlegerschutzniveau, der Transparenz und Flexibilität einer Investmentfondskonstruktion sowie dem erforderlichen Versicherungsschutz in der Phase des Kapitalaufbaus. Das Altersvorsorgekonzept sieht auch vor, daß den Anlegern Pensionssparpläne angeboten werden.Zusammen mit den Sparplänen solle auch der Abschluß von Versicherungsverträgen, zum Beispiel in Form einer Berufsunfähigkeits- und/oder Hinterbliebenenversicherung, angeboten werden, um für die notwendige Risikoabsicherung während der Kapitalbildung zu sorgen. Anleger könnten nach bisheriger Erfahrung bei der langfristigen Anlage in Pensionssondervermögen eine überdurchschnittliche Wertsteigerung erwarten.Für deutsche Aktienfonds hätten BVI-Untersuchungen ergeben, daß die regelmäßige monatliche Anlage von 100 DM über 35 Jahre in 83 Prozent der Fälle zu einem Endvermögen von mehr als 200 000 DM und in 17 Prozent zu Ergebnissen von über 180 000 DM geführt haben, wobei alle Kosten außer Depotgebühren berücksichtigt wurden. Um der Gefahr von Kursverlusten kurz vor Eintritt in den Ruhestand zu begegnen, könne ein Anleger bereits bei Vereinbarung eines Pensionssparplanes die jeweilige Investment-Gesellschaft ermächtigen, von einem bestimmten Zeitpunkt an seine Anteile in Rentenfonds umzutauschen. Gerade im Bereich des Mittelstandes besteht nach den Worten von Passow "ein hoher Bedarf an einer einfach zu verwaltenden Form der betrieblichen Altersvorsorge".Viele mittelständische Unternehmen hätten in der Vergangenheit von der Einführung von betrieblichen Altersvorsorgesystemen abgesehen, weil sie entweder den damit verbundenen Verwaltungsaufwand oder die Kosten für Altersvorsorgeleistungen in Jahren mit Liquiditätsschwierigkeiten vermeiden wollten.Mit der Einführung von Pensionssondervermögen könne ein struktureller Nachteil des deutschen Altersvorsorgesystems beseitigt werden, weil es bisher an einem vom Gesetzgeber anerkannten, substanzwertorientierten Altersvorsorgeinstrument fehle.

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