Wirtschaft : Persönliche Anlageberatung ist auch im Internetzeitalter wichtig

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Deutlich erweitern wird die Berliner Sparkasse ihre Beratugns- und Öffnungszeiten. "Auch im Internet-Zeitalter wollen wir uns mehr Zeit für die persönliche Beratung unserer Kunden nehmen", sagte Johannes Evers, Vorstandsmitglied der Landesbank Berlin, am Dienstag. Ab dem 20. März stehen in allen Filialen montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr Mitarbeiter zur persönlichen Beratung zur Verfügung. Daneben werden in weiteren 22 Filialen Öffnungszeiten angeboten, die sich an denen des umliegenden Einzelhandels anlehnen. Sieben Filialen werden sonnabends öffnen. Von den neuen Öffnungszeiten profitieren in Berlin 2,1 Millionen Privatkunden.

Mit der Verlängerung der Öffnungszeiten reagiere die Sparkasse auf vielfache Kundenwünsche. Dies ergab ein Pilotprojekt, das in ausgesuchten Filialen gestartet wurde. Bei einer Befragung bezeichneten 80 Prozent der Kunden die neuen Zeiten als gut. Allerdings sind die Kapazitäten beim erweiterten Angebot beschränkt. Eine frühzeitige Terminabsprache wird daher empfohlen. Zwar wickeln schon über 100 000 Kunden der Berliner Sparkasse ihre Bankgeschäfte auch über das Internet ab, doch bei der Anlageentscheidung bleibt das persönliche Gespräch wichtig. Johannes Kallabis, Leiter des Privatkundengeschäfts bei der Berliner Sparkasse, sagte: "Wir wollen unsere Filialen offener gestalten und die Mitarbeiter näher an die Kunden bringen." Die Angestellten müssten sich zunehmend der Kundenberatung widmen. Routinegeschäft wie Geldauszahlung würden schließlich immer weiter automatisiert.

Im Gegensatz zu den großen Privatbanken arbeiten die Sparkassen im Privatkundengeschäft profitabel. Bei Girokonten hat die Berliner Sparkasse einen Marktanteil von etwa 45 Prozent und ist so besser ausgelastet. Bei der Vermögensverwaltung liegt der Anteil mit zwanzig Prozent noch deutlich niedriger. "Durch die verlängerten Öffnungszeiten wollen wir den ausbauen", sagte Evers.

Neue Kunden verspricht sich die Sparkasse auch durch die Fusion der Deutschen mit der Dresdner Bank und der damit verbundenen Ausgliederung des Privatkundengeschäfts. Wie schon bei der Fusion der Bayerischen Hypo mit der Vereinsbank werden wohl Filialen geschlossen. Die Sparkasse mit 177 Filialen im Berliner Stadtgebiete sieht sich in dem Fall als Alternative.

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