Personalabbau : Lufthansa will Stellen streichen

Um Kosten zu senken will die Lufthansa am Personal einsparen. Der Vorstand räumt auch Fehler ein: „Die aktuelle Wirtschaftlage ist nicht die Ursache für unsere schwierige Situation, sie macht nur schonungslos deutlich, wo unsere Schwächen im Wettbewerb liegen“.

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Die Kosten sollen bis 2011 um rund eine Milliarde Euro sinken. -Foto: dpa

DüsseldorfDie Lufthansa hat intern einen deutlichen Stellenabbau angekündigt. Insgesamt will man bis 2011 die Kosten im Passagierverkehr um jährlich eine Milliarde Euro senken. Das geht aus einem Brief von Lufthansa-Vorstand Christoph Franz an die Belegschaft hervor, der dem „Handelsblatt“ vorliegt.

„In der Passage verdienen wir im laufenden Jahr unsere Kosten nicht mehr“, schreibt Franz, der seit Juni dieses Jahres dem Vorstand angehört. Nach Verlusten im ersten Quartal werde sich auch bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen Ende Juli „eine Fortsetzung dieses Negativtrends zeigen“. Deshalb kündigt er eine Veränderung des Geschäftsmodells an. Eines der Ziele sei es, in der Verwaltung der Frankfurter Konzernzentrale kräftig Personal einzusparen. Die „administrativen Leistungen“ im Passagierverkehr sollten mittelfristig mit einem Fünftel weniger Mitarbeiter erbracht werden, schreibt Franz. Dort arbeiten heute nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers ein paar hundert Menschen.

Grund für den Kostendruck: 160 neue Flugzeuge

Den hohen Kostendruck begründet Franz auch mit der Bestellung von rund 160 neuen Flugzeugen zwischen 2008 und 2014. Dies seien Investitionen in Höhe von 16 Milliarden Euro, die unerlässlich seien für eine treibstoffeffiziente Flotte. Der Konzern überlege allerdings, die Bestellungen zeitlich zu strecken, erklärte der Sprecher. Dies werde jedoch frühestens ab dem nächsten Jahr geschehen. Noch sei nichts entschieden.

Darüber hinaus räumt Franz ein, dass die Not bei Lufthansa teilweise hausgemacht sei. Viele Wettbewerber würden deutlich preiswerter produzieren und könnten mit günstigeren Ticketpreisen kalkulieren. „Die aktuelle Wirtschaftlage ist nicht die Ursache für unsere schwierige Situation, sie macht nur schonungslos deutlich, wo unsere Schwächen im Wettbewerb liegen“, schreibt Franz.

Der Sparkurs der Kraniche kommt für Analysten nicht unerwartet. Per Ola Hellgreen von der LBBW sieht die Einschnitte als notwendige Maßnahme, für die es derzeit kaum eine Alternative gebe. Im ersten Quartal dieses Jahres hatte Lufthansa erstmals nach drei Jahren ein operatives Minus von 44 Millionen Euro verbucht. ek (HB)

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