Personalie Piëch : Volkswagen will von Wechsel an der Spitze nichts wissen

Zieht sich Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch bei VW zurück? Der Autokonzern dementiert entsprechende Medienberichte kurz vor Beginn der Automesse IAA eiligst.

Geht Piëch? Nein, sagt der VW-Konzern.
Geht Piëch? Nein, sagt der VW-Konzern.Foto: Reuters

Europas größter Autobauer Volkswagen hat einen Medienbericht über eine angeblich nahende Personalrochade an den Spitzen von Aufsichtsrat und Vorstand dementiert. „Mit Nachdruck“ wies VW-Kommunikationschef Stephan Grühsem am Freitag Informationen im „Handelsblatt“ zurück, wonach VW-Patriarch und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch aus gesundheitlichen Gründen schon bald die Führung des mächtigen Kontrollgremiums abgeben wolle.

Das Unternehmen erklärte ausdrücklich: „Prof. Dr. Ferdinand K. Piëch ist bei bester Gesundheit und bleibt noch lange Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen AG. Prof. Dr. Martin Winterkorn wird noch lange Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG bleiben. Damit erübrigen sich alle weiteren Spekulationen.“

In der kommenden Woche beginnt in Frankfurt am Main die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA). Für Personalspekulationen ist das ein für Großkonzerne wie VW ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt.

Das Blatt berichtet, VW-Chef Martin Winterkorn werde Piëch nachfolgen. Auf Winterkorns Posten wiederum werde sein bisheriger Finanzchef Hans Dieter Pötsch nachrücken - jedoch, so das Blatt, nur übergangsweise, bis ein jüngerer Nachfolger feststehe. Die Zeitung beruft sich bei seinen Quellen für die Titelstory auf Konzernkreise und Piëch-Vertraute.

Winterkorns Vertrag als Vorstandsvorsitzender in Deutschlands größtem Industriekonzern läuft noch bis Ende 2016. Der gebürtige Schwabe ist 66 Jahre alt, Piëch ist zehn Jahre älter.

Piëch gilt als Machtzentrum des Konzerns, den er selber als Vorstandschef von 1993 bis 2002 leitete. Er entstammt der Porsche-Familie, die über die Porsche-Muttergesellschaft mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Aktien an der Volkswagen AG hält.

Ein direkter Wechsel von Winterkorn an die Aufsichtsratsspitze wäre rein rechtlich möglich, falls ein entsprechender Vorschlag die Rückendeckung von mehr als einem Viertel der Aktionärsstimmen hätte. (dpa)

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