Wirtschaft : PERSONALIE

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Theo Schöller, der Erfinder des Eis am Stiel, ist vergangene Woche im Alter von 87 Jahren gestorben. Das gab die Stadt Nürnberg am Montag bekannt. Der gebürtige Franke hatte seine Eisfabrik 1937 zusammen mit seinem Bruder gegründet. Schöller gehörte neben Max Grundig und Gustav Schickedanz vom QuelleVersand zu den großen fränkischen Unternehmerpersönlichkeiten der Wirtschaftswunderzeit. Auf die Idee, Speiseeis herzustellen, kam Schöller 1935, als er mit 18 Jahren im Berliner Varieté Clara eine Portion Eiskrem aß. Die zunächst produzierten 10 000 Tagesportionen wurden von Hand eingewickelt und mit motorisierten Fahrrädern in und um Nürnberg zur Kundschaft gebracht. In der Pionierphase beschränkten sich die Unternehmer auf zwei Eisformate. In der eckigen Form wurden die Geschmacksrichtungen Vanille, Schokolade und Erdbeere angeboten. Nur die runde Form schmeckte nach Zitrone. Nach dem Krieg zahlte Theo Schöller seinen Bruder aus und baute seine zerstörte Firma wieder auf. Um auch im Winter gute Geschäfte zu machen, begann er Anfang der 50er Jahre mit der Produktion von Lebkuchen. Seit 1960 firmierte das Unternehmen unter dem Namen „Schöller Eiskrem“. Es folgte die Expansion ins Ausland und nach dem Fall des eisernen Vorhangs auch nach Osteuropa. 2001 übernahm der Nestlé-Konzern den einst zweitgrößten Eiskremhersteller Europas. Theo Schöllers Maxime lautete „Das Glück packen, wenn´s vorübergeht, und Mut zum Risiko“. Sein Markenzeichen war seine Menschlichkeit: Er fühlte sich verpflichtet, anderen zu helfen und spendete Millionen. Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) würdigte den Unternehmer als „großzügigen Mäzen“. Theo Schöller wurde am Montag in Nürnberg beigesetzt. ny

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