Wirtschaft : PERSONALIE

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Die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley will ihren früheren Präsidenten John J. Mack als Konzernchef (CEO) zurückholen. Dies hat das Unternehmen auf einer Sitzung des Verwaltungsrates am Donnerstag beschlossen. Mack löst mit sofortiger Wirkung Phil Purcell ab, der vor zwei Wochen unter wachsendem Druck vor allem seitens institutioneller Investoren seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Der Verwaltungsrat sei einstimmig der Meinung gewesen, dass John Mack besonders qualifiziert sei, um neuer Vorsitzender zu werden, sagte die Bank. Sie verwies auf Macks Erfolge in der Sparte Finanzdienstleistungen und seine Fähigkeit, Leute von Weltklasse als Kunden und Mitarbeiter zu gewinnen.

Der 60-jährige Mack hatte 29 Jahre bei Morgan Stanley gearbeitet, zuletzt als Präsident. 1997 hatte er die von Purcell durchgeführte Übernahme der Investmentbank durch die Wertpapiermakler- und Kreditkartenfirma Dean Witter voll unterstützt. Im Jahr 2001 schied Mack allerdings nach einem Machtkampf mit Purcell, der CEO des zusammengelegten Unternehmens geworden war, aus und wechselte selbst als CEO zum Konkurrenten Crédit Suisse First Boston (CSFB). Im vergangenen Jahr verließ Mack dann die CSFB und wurde dieses Jahr Vorsitzender des Verwaltungsrates beim Hedge- Fonds Pequot Capital Management.

Von Purcell wurde bereits seit Monaten seitens früherer leitender Mitarbeiter der Rücktritt gefordert. Reihenweise waren wichtige Manager abgesprungen, und die Geschäfte bei Morgan Stanley litten. Auch der Aktienkurs kam unter Druck. In US-amerikanischen Medien sagte Mack, er werde sich um die Rückkehr ehemaliger Führungskräfte bemühen. Mack gilt unter den Wall-Street-Bossen als einer der erfahrensten und härtesten – aber auch als gerecht.pf/kat

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