Wirtschaft : Peter Schwenkow auf dem Weg in die Entertainment-Elite

BERLIN (mot).Die Deutsche Entertainment AG (DEAG) will ihr langfristig angestrebtes Umsatzziel von rund 500 Mill.DM wesentlich schneller als ursprünglich geplant erreichen.Peter Schwenkow, Vorstandschef der am Neuen Markt notierten Gesellschaft, sagte auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin, die DEAG werde möglicherweise schon in anderthalb bis zwei Jahren vor der Umsatzschwelle von einer halben Mrd.DM stehen.Beim Börsengang im September 1998 war ein Zeitraum von drei bis fünf Jahren vorausgesagt worden.Die Entertainment-Industrie Europas stehe unmittelbar vor einem umfassenden Konzentrationsprozeß, der der DEAG die "historische Chance eröffnet, wesentlich früher zum führenden europäischen Tournee-Veranstalter und Live-Entertainment-Konzern zu avancieren", als bisher geplant.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres deutet sich nach Schwenkows Worten bereits an, daß die DEAG auch 1999 stark wachsen werde.Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um 34 Prozent auf 15,5 Mill.DM gestiegen.Investitionen in Werbung und Marketing für die im Sommer und Herbst startenden Tourneen und Veranstaltungen vergrößerten den aufgelaufenen Verlust seit Jahresanfang von 1,5 Mill.DM auf 3,6 Mill.DM.1998 hatte der Tournee- und Konzert-Veranstalter Umsatzerlöse von 141 Mill.DM (plus 129 Prozent) und ein operatives Ergebnis vor Börseneinführung von 5,1 Mill.DM erzielt.

Das Ergebnis im 2.und 3.Quartal werde voraussichtlich erheblich über den Vorjahreswerten und über den Erwartungen liegen, sagte Schwenkow.Der Vorstand geht für das Gesamtjahr von einem konsolidierten Umsatz von 160 Mill.DM und einem operativen Ergebnis von 10 Mill.DM aus.Für ein überproportionalen Anstieg sprächen auch laufende Übernahmeverhandlungen, bei denen "mindestens zwei in den nächsten Wochen zu Akquisitionen führen werden".Insgesamt werde der europäische Markt in 18 bis 24 Monaten komplett neu aufgeteilt sein, sagte Schwenkow.Am Ende der Marktbereinigung stünden insgesamt weniger, darunter aber mehr professionelle Unternehmen.Die DEAG werde die Umstrukturierung dazu nutzen, um "alles zu übernehmen, was wir übernehmen können".Mit ihren (derzeit 17) aktiv am Markt operierenden Töchtern, die vom Ticketverkauf bis zu Sicherheitsdienstleistungen die ganze Wertschöpfungskette des Veranstaltungsgeschäftes abdecken, werde die DEAG künftig "als ein industriell arbeitendes Dienstleistungsunternehmen" auftreten.Im August werde eine eigene Merchandising-Gesellschaft an den Start gehen.In Zusammenarbeit mit einer Gesellschaft aus der Kirch-Gruppe plane man auch, TV-Formate zu entwickeln und zu produzieren.

Die Aktionäre der DEAG stimmten auf der Hauptversammlung einer Erhöhung des Grundkapitals um 968 000 auf 6 55 Mill.Euro und einem Aktiensplit im Verhältnis 1 : 3 zu.An die Stelle von jeweils einer Stückaktie treten künftig drei.Die DEAG-Aktie verlor am Mittwoch bis zu Kasse 1,65 auf 77,85 Euro, erholte sich später aber wieder.

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