Wirtschaft : Peugeot-Citroën hängt den Rivalen Renault ab

abo/zel

Der französische Autohersteller PSA Peugeot Citroën S.A. will seinen Wachstumskurs unbeirrt vom Abschwung der Autokonjunktur fortsetzen. "Ich glaube, dass die Experten für den Markt zu pessimistisch sind", sagte Vorstandschef Jean-Martin Folz im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Peugeot und Citroën bleiben so stark wie bisher, bei uns gibt es keine Abwärtskurve." Der Umsatz stieg um fast 17 Prozent auf 51,7 Milliarden Euro. Die betrieblichen Erträge steigerte PSA um ein Viertel auf knapp 2,7 Milliarden Euro. Als Jahresüberschuss weisen die Franzosen knapp 1,7 Milliarden gegenüber 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr aus. Damit hängte PSA seinen Erzrivalen Renault ab, der das Jahr mit einem leichten Gewinnrückgang auf 1,05 Milliarden Euro abgeschlossen hat.

Für das laufende Jahr rechnet Folz allerdings vorsichtiger. Seine Prognose, die von einem stabilen oder einem sogar leicht schrumpfenden Marktvolumen ausgeht, sieht den Absatz von weltweit 3,2 Millionen PSA-Fahrzeugen vor. Dabei hofft er auf 2,8 bis 2,9 Milliarden Euro operative Erträge.

Analysten setzen eher auf den Konkurrenten Renault. "Die PSA-Aktie verliert für uns an Attraktivität, bei Renault ist zur Zeit mehr Musik drin", schätzt Arndt Ellinghorst, Analyst bei West LB Panmure. Die halbstaatliche Renault S.A. steht vor einer Neuordnung ihrer Managementstrukturen. Außerdem erntet das Unternehmen gerade die ersten Früchte seiner Beteiligung an Nissan. Der neue Partner trug im vergangenen Jahr ganze 497 Millionen Euro zum Gewinn von Renault bei.

Folz sieht jedoch keinen Anlass, den Allianz-Kurs seiner Gruppe zu überdenken. "Wir stehen zu unserer Stand-alone-Strategie und kooperieren fallweise mit anderen Herstellern", sagte Folz. "Und je länger wir das machen, desto besser geht es uns damit." So wird es ihm zufolge keine Ausweitung der Zusammenarbeit mit Ford bei Motoren oder der Kooperationen mit Toyota etwa auf eine zweite Plattform geben. Mit den japanischen Autoherstellern entwickelt PSA einen neuen Kleinstwagen. Er soll ab 2005 in einem Werk bei Prag vom Band laufen.

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