Wirtschaft : Pfannkuchen

Das Gebäck ist zu Karneval beliebt – und am billigsten

Julia Gebert

PREIS DER WOCHE

Pfannkuchen, Berliner oder Krapfen – drei Namen, die alle das in Pflanzenöl fritiertes Gebäck meinen. Ob mit Guss oder mit Puderzucker, mit Konfitüre, Pflaumenmus oder Eierlikör – es gibt sie in allen Variationen und mit jeder erdenklichen Dekoration. Die Krapfen sind in vielen Bäckerein das ganze Jahr über zu kaufen – doch besonders zur Karnevals- und Faschingszeit haben sie Hochkonjunktur; Narren schätzen sie als solide Grundlage beim Feiern. Im Jahresschnitt kosten frische Pfannkuchen vom Bäcker zwischen 50 und 90 Cent, Faschings- oder Karnevalsangebote in Nord- und Süddeutschland liegen allerdings weit unter diesem Preis. Vergangene Woche waren zehn Krapfen für drei Euro zu haben – aber nur bis zum Ende des Karnevals.

Dabei gibt es nicht nur Unterschiede zwischen den Bäckereien. Die Preise für einen Pfannkuchen der gleichen Marke variieren je nach Region, denn auch die Filialen großer Ketten orientieren sich am Preisniveau vor Ort. So lässt zum Beispiel die Bäckerkette Kamps allen Filialen Preisfreiheit. Daher ist der Pfannkuchen in einem Berliner Kamps-Geschäft mit 75 Cent wesentlich billiger als in Hamburg, wo er 90 Cent kostet. Im Norden Deutschlands ist der Pfannkuchen schon wieder eine seltene Ware – hier ist das Gebäck bei einigen Bäckereien nicht mehr im Sortiment. Grund: Saison beendet.

Seit dem Mittelalter werden die Pfannkuchen mit Karneval in Verbindung gebracht. Damals sollen Mönche ihren Gläubigen empfohlen haben, sich vor Beginn der Fastenzeit mit dem nahrhaften Gebäck zu stärken. Seine heutige Form verdankt der Pfannkuchen allerdings einem preußischem Kanonier, der sich Mitte des 18. Jahrhunderts für seine Aufnahme in die Armee erkenntlich zeigen wollte: In Anlehnung an die bleiernen Kugeln gab er dem Gebäck eine neue Form. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

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