Wirtschaft : Pfizer stellt Produktion in Frankfurt-Hoechst ein Gewinneinbruch beim weltgrößten Pharmakonzern

Maren Peters

Berlin - Der dramatische Gewinneinbruch des Viagra-Herstellers Pfizer im dritten Quartal wird auch Folgen für Deutschland haben. Die Produktion am Standort Frankfurt-Hoechst, wo rund 400 Beschäftigte arbeiten, werde „ab sofort“ eingestellt, sagte die Betriebsratsvorsitzende des Werkes, Susanne Beyer, dem Tagesspiegel. Dies habe die Geschäftsleitung am Donnerstagmittag dem Wirtschaftsausschuss mitgeteilt. Ein Sprecher von Pfizer-Deutschland sagte nur, dass verschiedene Optionen für das Werk geprüft würden.

In Frankfurt wird ausschließlich das Insulin für das Diabetesmittel Exubera produziert. Weil das Mittel von Patienten kaum nachgefragt wird, will Pfizer die Investitionen einstellen. Der weltgrößte Pharmakonzern teilte am Donnerstag in New York mit, dass deswegen im dritten Quartal Milliarden abgeschrieben wurden. Auch die Konkurrenz von billigen Nachahmermedikamenten belastet Pfizer. Das Frankfurter Werk im Industriepark Hoechst gehört seit März 2006 zur Gruppe. Nach Angaben auf der Homepage ist es „eine der modernsten und größten Produktionsstätten für Humaninsulin weltweit“. Pfizer Deutschland produziert derzeit noch an vier Standorten, das Werk in Feucht bei Nürnberg steht gerade zum Verkauf. Dies ist Teil eines Sparprogramms, das sich der Konzern nach Umsatzeinbrüchen im Januar verordnet hatte. Weltweit sollen 10 000 Stellen abgebaut werden. In Deutschland hat Pfizer etwa 5200 Stellen, 760 davon sollen gestrichen werden. In Karlsruhe sind nach Angaben von Deutschland-Chef Andreas Penk bereits 300 Stellen weggefallen, 500 werden 2008 mit der Deutschland-Zentrale nach Berlin umziehen.

Im Pfizer-Konzern brach der Gewinn im dritten Quartal auf 761 Millionen Dollar ein. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 3,4 Milliarden Dollar. Der Umsatz sank auf knapp zwölf (Vorjahr: 12,3) Milliarden Dollar. Deutschland-Zahlen wurden nicht veröffentlicht. Maren Peters

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