Wirtschaft : Pfizer streicht Forschung zusammen Pharmakonzern will mehr als 5000 Stellen abbauen

New York - Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer fährt seine Forschung und Entwicklung zurück. Das Unternehmen werde sich auf die Krankheiten konzentrieren, bei denen der größte medizinische und wirtschaftliche Erfolg zu erwarten sei, teilte Pfizer am Dienstag mit. „Mit der Straffung des Forschungsnetzwerks beabsichtigt Pfizer etwa fünf Prozent der weltweiten Belegschaft abzubauen“, hieß es in einer Mitteilung. Derzeit hat der Konzern weltweit 110 000 Mitarbeiter.

In Deutschland plant Pfizer, sich von dem Düsseldorfer Forschungsunternehmen Coley Pharmaceutical zu trennen, bei dem rund 40 Mitarbeiter beschäftigt sind. „Die Gespräche mit den Mitarbeitern haben heute begonnen“, teilte Pfizer Deutschland mit. In Großbritannien soll der Standort Sandwich aufgegeben, in den USA Forschungsarbeiten verlagert werden. Mit dem Umbau will Pfizer die Entwicklungskosten von 9,4 Milliarden Dollar im Jahr 2010 auf bis zu 6,5 Milliarden Dollar im kommenden Jahr drücken.

Hintergrund der Einsparungen ist ein ehrgeiziges Gewinnziel, das der neue Konzernchef Ian Read erreichen will. Denn das Geschäft läuft schleppend. Im vergangenen Jahr schnellte der Umsatz nur deshalb um 36 Prozent auf 67,8 Milliarden Dollar nach oben, weil Pfizer den Rivalen Wyeth übernommen hatte. Wegen der Kosten für die Eingliederung von Wyeth sank der Gewinn allerdings um vier Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar.

Dabei hatte Pfizer im Schlussquartal sogar noch ein Steuergeschenk erhalten. Er sei zufrieden mit der Leistung angesichts des schwierigen Marktumfelds, sagte Konzernchef Read.

Die Aktie ging vorbörslich um zwei Prozent in den Keller – obwohl Pfizer seinen Aktienrückkauf um fünf Milliarden auf nun neun Milliarden Dollar aufstockte. Den Anlegern missfiel vor allem der trübe Ausblick auf das laufende Jahr.

Pfizer erwartet einen Umsatz zwischen 66 und 68 Milliarden Dollar und damit schlimmstenfalls einen Rückgang. Der Gewinn soll indes steigen, nachdem die Wyeth-Übernahme verdaut ist.jmi/dpa

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