Pfizer und Allergan : Milliardenübernahme in der Pharmabranche

Der US-Konzern Pfizer will den irischen Konkurrenten Allergan Anfang 2016 übernehmen. Pfizer könnten die irischen Wurzeln von Allergan nutzen.

Der US-Viagrahersteller Pfizer möchte den irischen Konkurrenten Allergan übernehmen - es wäre die größte Übernahme der Branche in diesem Jahr.
Der US-Viagrahersteller Pfizer möchte den irischen Konkurrenten Allergan übernehmen - es wäre die größte Übernahme der Branche in...Foto: Andrew Kelly/REUTERS

In der Pharmabranche könnte sich die nächste Mega-Fusion anbahnen: Der für sein Anti-Falten-Mittel Botox bekannte Pharmakonzern Allergan bestätigte am Donnerstag, mit dem Viagra-Hersteller Pfizer aus den USA über einen möglichen Zusammenschluss zu sprechen. Die "Vorgespräche auf freundschaftlicher Basis" stünden aber noch am Anfang.

Es gebe "keine Sicherheit" darüber, dass es tatsächlich zu einem Geschäft zwischen beiden Seiten komme, betonte das im irischen Dublin ansässige Unternehmen. Allergan zufolge kam Pfizer auf das Unternehmen zu. Die "Financial Times" hatte zuvor berichtet, Pfizer-Chef Ian Read habe kürzlich Allergan-Chef Brent Saunders wegen des möglichen Geschäfts kontaktiert. Vor einem möglichen Abschluss seien noch einige Hürden zu nehmen, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise. Dazu gehöre der Preis - Allergan hat derzeit einen Börsenwert von rund 112,5 Milliarden Dollar (102 Milliarden Euro), bei Pfizer sind es 216 Milliarden Dollar.

Was sich Pfizer davon verspricht

Auch spiele die Frage eine Rolle, inwiefern Pfizer nach der Übernahme Jobs streichen und Standorte schließen wolle. Für Pfizer könnte eine Übernahme von Allergan einige Vorteile haben. So ließen sich laut "Wall Street Journal" möglicherweise Steuern sparen, da Allergan seinen Hauptsitz in Irland hat, wo vergleichsweise geringe Unternehmenssteuern erhoben werden. Auch könne Pfizer sein Angebot an patentgeschützten Medikamenten ausbauen und insgesamt sein Wachstum beschleunigen. Allergan betonte am Donnerstag aber auch, am geplanten Verkauf seines Geschäfts mit Generika, also Nachahmungen von bereits unter einem Markennamen gehandelten Medikamenten mit denselben Wirkstoffen, an die israelische Teva-Gruppe festzuhalten. Der Abschluss des Geschäfts sei nach wie vor für Anfang 2016 geplant.

Falls es zur Übernahme von Allergan durch Pfizer kommen sollte, wäre es die größte in der Branche in diesem Jahr, schrieb das "Wall Street Journal". In der Pharma- und Gesundheitsbranche hatte es zuletzt eine ganze Reihe von Übernahmen und Fusionen gegeben. Pfizer selbst hatte im vergangenen Jahr erfolglos versucht, den britischen Pharmahersteller AstraZeneca für rund 120 Milliarden Dollar zu übernehmen. (AFP)

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