Pflanzen lassen : Service für den Balkon

Wer nicht selbst pflanzen will, kann pflanzen lassen. Mit Sommerblumen muss man aber noch warten.

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Schwere Blumenkästen schleppen, mit den Händen tief in der Erde graben – Gärtnern kann ganz schön anstrengend sein. Wer die Kraft nicht aufbringt, einfach keine Zeit dafür hat oder meint, ihm fehle das Geschick, kann Balkon oder Terrasse auch vom Fachmann bepflanzen lassen. „Wir holen die Blumenkästen ab, füllen neue Erde ein, setzen die gewünschten Pflanzen und bringen die Kästen wieder zurück“, beschreibt Sabine Rademacher vom Blumenhaus Schamp in Wilmersdorf ihren Hol- und Bringservice. Es seien vor allem ältere Menschen, die nicht mehr mobil seien und es zu Hause nett haben wollten, die diese Dienstleistung in Anspruch nähmen. Aber auch viel beschäftigte jüngere Leute, denen nicht die Kraft, aber die Zeit fehle.

„Ich versuche vor allem regional einzukaufen“, sagt Rademacher. „Bei der Saisonware ist das einfach, denn im Umland gibt es genug Gärtnereien.“ Etwa 20 Lieferanten hat sie, bei denen sie regelmäßig bestellt. Für die Beschaffung der Ware nimmt sich die Zierpflanzengärtnerin, Gartenbautechnikerin und Landschaftsarchitektin viel Zeit. Sie ist stolz, wenn sie besondere Sorten anbieten kann. Narzisse sei nicht gleich Narzisse, erklärt sie, auch von von Primeln gebe es mehr als ein Dutzend Sorten. Wenn ältere Damen sich jedes Jahr aufs neue Stiefmütterchen für den Balkon wünschten, dann findet sie das ein bisschen langweilig. Bei bunten Staudenmischungen kommt sie ins Schwärmen.

Die Pflanzen kosten ab 75 Cent pro Stiefmütterchen bis zu 6,50 Euro für eine hochpreisige Erika. Für die Bepflanzung eines Kastens muss man zwischen 6,50 Euro und 20 Euro anlegen. „Die Lieferkosten sind die, die uns der Fahrer in Rechnung stellt“, sagt Rademacher. „Daran wollen wir nicht verdienen.“ In der Regel müsse man für vier bis sechs Kästen pro Balkon mit rund hundert Euro rechnen. Besondere Trends sieht Rademacher nicht. „Das ist Geschmacksache“, meint die Expertin. Manche mögen ’s Ton in Ton, andere bunt.

Witterungsbedingt ist das Geschäft in diesem Jahr spät angelaufen. Es seien noch nicht alle Kunden dagewesen, die normalerweise kommen, hat die 43-Jährige beobachtet. Eigentlich ist nach Ostern mit der Frühjahrsbepflanzung Schluss, doch diesmal ist es da erst losgegangen. „Die Pflanzsaison schleicht flach in den Sommer über“, sagt Rademacher. Viele Käufer sind da versucht, gleich zu Sommerblumen zu greifen. Doch die Expertin warnt davor, Geranien und Co. vor den Eisheiligen zu pflanzen, „immer bis Mitte Mai warten“.

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