Wirtschaft : Pharmaaktien bei der WestLB hoch im Kurs

KATHRIN QUANDT (HB)

Wer über eine Anlagesumme von einer Million verfügt, sollte sein Portefolio dem Rat der WestLB zufolge zur Hälfte in Aktien und zur Hälfte in Renten sowie Liquidität aufteilen.Auch wachstumsorientierte Aktienfans sollten nicht auf den Sicherheitsfaktor Anleihe verzichten: Die Banker schlagen vor, den Rentenanteil von 500 000 DM zu 90 Prozent auf Anleihen mittlerer Laufzeit und die übrigen 10 Prozent in Geldmarktfonds zu investieren.Generell sollten Investoren versuchen, die Anleihen unter pari (also unter dem Nennwert) zu erwerben, da sie das Disagio steuerfrei vereinnahmen können.Alexander Delank, Direktor Private Banking bei der WestLB, betont, Investoren sollten derzeit keine langen Laufzeiten am Rentenmarkt wählen, da mittelfristig wegen der Einführung des Euros mit leichten Zinssteigerungen zu rechnen sei.

Nach Ansicht der Bank sollte der Anleger die übrigen 500 000 DM in europäische Aktien investieren.Mit dem Euro gehe der Trend in Europa weg von der Betrachtung einzelner Länder hin zur Analyse europaweiter Branchen.Realtiv starke Branchen seien Banken beziehungsweise Finanzdienstleister und Versicherer.In beiden Fällen dürften die Institute weiterhin Potential aus einem fortschreitenden Prozeß der Konzentration schöpfen, vermutet die WestLB.Ferner setzen die Banker auf den Sektor Pharma und Arzneimittel, da hier mehrere starke Konzerne in Europa vertreten seien, sowie auf den Einzelhandel, der von einer konjunkturellen Erholung in Europa profitieren werde.Attraktiv seien auch die Branchen Technologie und Telekom, da hier gute Wachstumsaussichten für die Märkte bestünden.Telekommunikationskonzerne seien auch insofern interessant, als weltweit Privatisierungen vorangetrieben würden, gibt Holger Finke, ebenfalls Direktor Private Banking bei der WestLB, zu bedenken.

Konkret empfiehlt das Institut neun europäische Aktien, wobei es auch Unternehmen aus der Schweiz und Großbritannien berücksichtigt.Die Werte hätten Kurspotential von "mindestens 10 Prozent".Zu den Favoriten zählt der italienische Versicherer Generali.Die Aktie sei gegenüber den deutschen Wettbewerbern unterbewertet.Außerdem werde die Gesellschaft von der anhaltenden Übernahmephantasie profitieren.Novartis legt Finke den Investoren als "eines der wenigen Pharmaunternehmen, das trotz hoher Kurse noch attraktiv ist" ans Herz.

Auf der Empfehlungsliste stehen auch Telecom Italia und die spanische Telefonica.Beide Unternehmen seien weltweit im Fest- und Mobilfunk tätig und in allen Ländern der Welt mit ihrem Know-how am Ausbau der Netze beteiligt.Vorteilhaft für beide Gesellschaften sei auch die Sprachgleichkeit bei ihrer Tätigkeit in den ehemaligen Kolonien.Außerdem sei dem italienischen Aktienmarkt hohes Wachstum zuzutrauen.

Als ein weiterer Kaufkandidat wird die niederländische ING genannt.Innerhalb weniger Jahre habe sich das Unternehmen zu einem "guten Finanzdienstleister gemausert", lobt Finke.Guido Mundt, Bankdirektor Private Banking bei der WestLB, hebt außerdem hervor, ING habe die Übernahme und Integration von Barings zügig bewältigt, und das Management habe sich "bestechend zielorientiert" gezeigt.Zu den Favoriten zählt auch Paribas.Das Institut sei zwar eine relativ kleine Bank, im Konsumkreditbereich in Europa aber Marktführer.Bei Nokia und Ericsson schlägt für die Experten zu Buche, daß beide Unternehmen den neuen Mobilfunkstandard mitgetragen haben, der sich weltweit durchgesetzt hat.Und beide hegten ehrgeizige Wachstumspläne.Für Investitionen in Philips spreche, daß das Unternehmen von seiner Umstrukturierung profitieren werde.

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