Pharmabranche : Bayer: Fortschritte bei Mittel gegen Blutgerinnsel

Der Pharmakonzern Bayer könnte einen Volltreffer mit seinem Gerinnungshemmer landen. Der Aktienkurs profitiert.

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Berlin - Es ist ein Etappensieg auf dem langen Weg zur Zulassung: Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer vermeldete am Dienstag Fortschritte bei seinem Antithrombosemittel Xarelto. Einer Studie zufolge sei der Gerinnungshemmer im Vergleich mit einer Standardtherapie gegen tiefe Venenthrombosen gleich sicher und gleich wirksam, teilte Bayer mit. Der Konzern hatte die Ergebnisse aus der sogenannten Einstein-DVT-Studie am Dienstag auf dem Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Stockholm vorgestellt. Anleger waren erfreut: Die Bayer-Aktie legte 2,4 Prozent zu und ging als Spitzenreiter im Dax aus dem Handel.

Gegenüber der Standardtherapie zeigte Xarelto nach Angaben von Bayer die gleiche Häufigkeit von schweren und nichtschweren Blutungen, die bei der Einnahme von Gerinnungshemmern auftreten können. Zudem gab es keine Hinweise auf Leberschäden durch das Mittel.

Bei dem klinischen Test, an dem mehr als 3400 Patienten mit tiefen Venenthrombosen teilnahmen, wurde die Einnahme von Xarelto-Tabletten mit einer Standardtherapie verglichen, bei der die Probanden mehrmals täglich die Gerinnungshemmer Lovenox von Sanofi-Aventis und Warfarin verabreicht bekamen. „Die Therapie mit Xarelto ist anwenderfreundlicher und könnte die bisherige Standardtherapie ersetzen“, sagte ein Sprecher von Bayer Schering Pharma.

Xarelto ist bereits zur Thromboseprophylaxe nach Hüft- oder Knieoperationen zugelassen. Nach der erfolgreichen Studie will Bayer noch in diesem Jahr erste Zulassungen für das Mittel zur Behandlung der tiefen Venenthrombose beantragen. Bei diesen Thrombosen bildet sich in den tiefliegenden Venen ein Blutgerinnsel, das den Blutfluss blockiert. Schätzungen zufolge gibt es in der EU jährlich mehr als 680 000 solcher Fälle, in den USA rund zwei Millionen. Falls das Blutgerinnsel abbricht und durch den Körper wandert, kann es ein Gefäß in der Lunge verstopfen und zu einer Lungenembolie führen.

Bayer forscht auch an dem Einsatz von Xarelto zur Prävention von Schlaganfällen. Erste Studienergebnisse hierzu werden im November erwartet. Der Konzern setzt große Hoffnungen in den Gerinnungshemmer: Für alle geplanten Anwendungsbereiche – von der Vorbeugung von Schlaganfällen bis hin zur Behandlung von Thrombosen und Lungenembolien – erwartet Bayer Jahresumsätze von mehr als zwei Milliarden Euro. Jahel Mielke

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