Pharmabranche : Merck schließt 2006 mit Rekordergebnis ab

Nach einem turbulenten Jahr hat Merck 2006 mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Die verlorene Übernahmeschlacht um Schering machte sich positiv bemerkbar. Erstmals wurde die Gewinnschwelle von einer Milliarde Euro übersprungen.

Darmstadt - Das Ergebnise vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte nach vorläufigen Zahlen um 39 Prozent auf 1,325 Milliarden Euro zu. Deshalb und auf Grund eines "hervorragenden Finanzergebnisses" sowie der günstigen Steuerquote sei das Ergebnis nach Steuern "sprunghaft um 49 Prozent auf 1,001 Milliarden Euro" gestiegen. Der Umsatz der Merck-Gruppe wuchs um 8,5 Prozent auf 6,259 Milliarden Euro.

"Das Geschäftsjahr 2006 war für Merck überragend", sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Michael Römer. Alle Sparten hätten zu diesem Wachstum beigetragen. Römer führt das Unternehmen seit November 2005 und sorgte im Frühjahr 2006 für Schlagzeilen, als er den Konkurrenten Schering übernehmen wollte. Zwar machte schließlich der Bayer-Konzern das Rennen, aber Merck verdiente durch den Verkauf von Schering-Aktien 378 Millionen Euro - und gab im September den Kauf der Schweizer Serono SA bekannt.

Serono soll US-Geschäft stützen

Für einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr und Angaben zur Dividende für 2006 sei es noch zu früh, sagte Römer. Hintergrund der Zurückhaltung sind nach Ansicht von Analysten die Anfang Januar vollzogene milliardenschwere Übernahme des Schweizer Biotech-Konzerns Serono und die für das laufende erste Quartal geplante Kapitalerhöhung. Mit der neuen Tochter Merck-Serono will das im MDax notierte Familienunternehmen seine Position im patentgeschützten Pharmageschäft vor allem in den USA verbessern.

Im Unternehmensbereich Pharma stiegen die Erlöse 2006 um 8,6 Prozent auf 4,119 Milliarden Euro, das operative Ergebnis verbesserte sich um 15 Prozent auf 524 Millionen Euro. Bei den patentgeschützten Medikamenten (Ethicals) trug erneut das Krebsmittel Erbitux entscheidend zur Ergebnisverbesserung bei. Der Jahresumsatz kletterte um 55 Prozent auf 337 Millionen Euro.

Interessenten für Generika-Sparte

Im Geschäft mit Flüssigkristallen steigerte Weltmarktführer Merck die Erlöse um 21 Prozent auf 892 Millionen Euro. Das operative Ergebnis wuchs auf Grund von Produktivitätssteigerungen und dank des wachsenden Marktes für LCD-Großbildfernseher um 40 Prozent auf 486 Millionen Euro.

Auch das Generika-Geschäft, das möglicherweise verkauft werden soll, wuchs 2006 um 6,9 Prozent auf 1,819 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verzeichnete ein Plus von 29 Prozent und lag bei 307 Millionen Euro. Der Chef des Schweizer Pharmakonzerns Novartis, Daniel Vasella, schloss den Kauf von Mercks Generika-Sparte nicht aus. Auch der indische Pharmakonzern Ranbaxy und zahlreiche Finanzinvestoren sollen interessiert sein. Nach Schätzungen aus Finanzkreisen könnte Merck für den Verkauf mehr als 4 Milliarden Euro erlösen. Merck beschäftigte zum 31. Dezember 2006 weltweit 30.000 Mitarbeiter, drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. (tso/dpa)

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