Pharmabranche : Schering treibt Bayer-Ergebnis

Die Neuausrichtung von Bayer macht sich positiv in der Halbjahresbilanz bemerkbar. Besonders der Einkauf von Schering macht sich bezahlt, während die Verkäufe der Töchter H.C. Starck und Wolf Walsrode mehr Cash in die Kasse brachten.

Bayer Schering
Das Bayer-Stammwerk in Leverkusen. -

Leverkusen/BerlinDie Übernahme des Pharmaunternehmens Schering und Verkäufe von Unternehmensteilen lassen beim Bayer-Konzern die Gewinne kräftig sprudeln. Im ersten Halbjahr verdreifachte sich der Überschuss auf 3,5 Milliarden Euro, teilte das Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern mit. Damit liegt das Ergebnis bereits knapp 1,8 Milliarden Euro über dem Gewinn des gesamten Geschäftsjahres 2006 und somit auf Rekordkurs. Angetrieben wurde der Anstieg vor allem aus dem Verkauf der Diagnostika-Sparte und der Chemietöchter H.C. Starck und Wolf Walsrode.

Bedingt durch die Akquisition des Berliner Pharmaunternehmens Schering erhöhte sich der Konzernumsatz um 22,4 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungseffekte und Zu- und Verkäufe habe der Zuwachs bei 6,4 Prozent gelegen. Für den Schering-Zukauf hatte Bayer im vergangenen Jahr rund 17 Milliarden Euro auf den Tisch geblättert. Das war die teuerste Übernahme in der Geschichte des Leverkusener Pharma- und Chemieriesen.

Prognose bekräftigt

Vorstandschef Werner Wenning zeigte sich mit der Entwicklung sehr zufrieden: Bayer habe im zweiten Quartal an den hervorragenden Start ins neue Jahr angeschlossen. Er bekräftigte zugleich die im Juni erhöhten Prognosen für das gesamten Geschäftsjahr. Danach wollen die Leverkusener erstmals die Marge beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), bereinigt um Sondereinflüsse, auf mehr als 20 Prozent steigern. An der Börse notierte die Bayer-Aktie am Vormittag bei 52,65 Euro und lag damit 0,8 Prozent im Plus.

Im zweiten Halbjahr rechnet Bayer mit einem anhaltenden weltweiten Wirtschaftsaufschwung. Dabei werde vor allem der Pharmamarkt sein stabiles Wachstumsniveau halten. Bayer sei deshalb für die Entwicklung der Geschäfte bis Ende 2007 weiter zuversichtlich. Besonders optimistisch äußerte sich Wenning über die Sparte Gesundheit, die mit einem Umsatzanteil von 44 Prozent die tragende Unternehmenssäule ist: In allen Divisionen des Bereichs werde Bayer mit oder über dem Markt wachsen, betonte der Konzernchef. (mit dpa)

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