Wirtschaft : Pharmaindustrie will höhere Eigenbeiträge der Patienten

phs/sac

Die Zuzahlung der Patienten soll sich nach Vorstellung des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) künftig an der Höhe des Arzneipreises orientieren. Je teurer das verschriebene Medikament sei, desto mehr soll der Patient demnach aus eigener Tasche bezahlen. Nach Ansicht des BPI hätten die Patienten auf diese Weise ein Interesse an der Verschreibung eines kostengünstigen Medikaments, sagte der neue Hauptgeschäftsführer des Verbands, Henning Fahrenkamp, am Montag in Berlin. An der rot-grünen Gesundheitspolitik wurde scharfe Kritik geübt. "Die mittelständische pharmazeutische Industrie hat mittlerweile keinerlei Planungssicherheit mehr", sagte der BPI-Vorsitzende Bernd Wegener. Gerade in der Pharmabranche sei eine Vorhersehbarkeit der Rahmenbedingung jedoch dringend notwendig, weil die Entwicklungszeit neuer Produkte im Schnitt mehr als fünf Jahre betrage. Der BPI vertritt nach eigenen Angaben 300 Mitgliedsunternehmen mit insgesamt 74 000 Beschäftigten.

Gegen Konkurrenz aus dem Internet setzen sich die Apotheker zur Wehr. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) stellte am Montag in Berlin ein Konzept für die künftige Arzneimittelversorgung vor. Die ABDA fordert, dass per Internet oder Telefon bestellte Medikamente nur von pharmazeutischem Fachpersonal ausgeliefert werden dürfen. Der Versandhandel mit Medikamenten, den Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) teilweise erlauben möchte, wäre so praktisch unmöglich. ABDA-Präsident Hans-Günter Friese sagte, viele Patienten würden Medikamente "schludrig" anwenden. Die Beratung durch Apotheker könnte dabei helfen, Geld im Gesundheitswesen zu sparen. Mit einer "Initiative Pro Apotheke" will die ABDA vor der Bundestagswahl Stimmung gegen den Medikamenten-Versandhandel und gegen Apotheken-Ketten machen.

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