Pharmakonzern : Bayer will Berlin zur Gesundheitsstadt machen

Zwei Jahre nach der Übernahme von Schering zieht Konzernchef Werner Wenning eine positive Bilanz. Und der Regierende Bürgermeister hat einen weiteren Kopf für sein "Berlin Board".

Wowereit Wenning
Unter Forschern: Bürgermeister Wowereit und Bayer-Chef Wenning (r.). -Foto: Rückeis

Berlin - Er war gekommen, um zu zeigen, dass er Wort gehalten hat. „Wir haben unsere Versprechen eingelöst“, sagte Bayer-Chef Werner Wenning am Montag bei der Berliner Pharmatochter Bayer Schering Pharma. Neben ihm lächelte der Regierende Klaus Wowereit wohlwollend. Wer hätte das vor zwei Jahren gedacht.

Es war natürlich kein Zufall, dass Wenning ausgerechnet jetzt ganz offiziell in Berlin vorbeischaute. Fast exakt zwei Jahre ist es her, dass die Schering-Aktionäre die Übernahme des Berliner Pharmakonzerns durch Bayer besiegelt hatten. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten die Anteilseigner am 13. September 2006 nicht nur dem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag zu, sondern auch der Umbenennung der Schering AG in „Bayer Schering Pharma Aktiengesellschaft“.

Ein halbes Jahr später wurde auch die Vereinbarung über einen sozialverträglichen Stellenabbau geschlossen worden. 1200 der gut 6000 Berliner Beschäftigten sollten im Zuge der Übernahme ihren Job verlieren, der Forschungssstandort Berlin aber langfristig gestärkt werden, versprach Wenning damals.

„Die Perspektiven für den Standort sind sehr gut“, betonte der Bayer-Chef gestern. Die Befürchtung, dass die Forschung an andere Standorte abwandere, habe sich nicht bewahrheitet, lobte auch Wowereit, der Wenning inzwischen zur Mitarbeit in seinem „Berlin Board“ gewinnen konnten. Anfang kommenden Jahres will sich das zwölfköpfige Gremium, eine Art Thinktank für die Zukunft der Hauptstadt, mit dem Status der Berliner Gesundheitswirtschaft befassen, kündigten beide an. Nach der Bestandsaufnahme sollen konkrete Maßnahmen vorgeschlagen.

Für die noch unversorgten 50 Schering-Mitarbeiter soll bis Ende kommenden Jahres eine Regelung gefunden werden, versprach Wenning. Im Berliner Stammwerk im Wedding sind derzeit noch 5200 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 2000 in der Forschung. pet

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