Wirtschaft : Pharmaspezialist 1999 mit Ergebnisplus - US-Probleme ausgeräumt

Der Bad Homburger Pharma- und Medizintechnikkonzern Fresenius und seine im Deutschen Aktienindex (Dax) notierte Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) haben 1999 bei Umsatz und Ergebnis kräftig zugelegt und wollen beide ihre Dividende erhöhen. Der FMC-Jahresüberschuss sei vor außerordentlichen Belastungen um knapp 30 Prozent auf 170 Millionen Dollar gewachsen, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag mit. Die Muttergesellschaft Fresenius steigerte ihren Jahresüberschuss um 39 Prozent auf 203 Millionen Euro. Fresenius-Chef Gerd Krick kündigte außerdem den Börsengang der Sparte Kabi in den nächsten ein bis drei Jahren an.

FMC habe ein ereignisreiches Jahr hinter sich, sagte FMC-Vorstandschef Ben Lipps. Außerordentliche Zahlungen an die US-Regierung zur Beilegung eines vierjährigen Untersuchungsverfahrens gegen die Vorgängerfirma NMC hätten das Ergebnis belastet, so dass ein Jahresfehlbetrag von 249 Millionen Dollar ausgewiesen wurde. Die eigentlichen Geschäfte hätten sich aber exzellent entwickelt. Der Umsatz sei um zehn Prozent auf 3,84 Milliarden Dollar gewachsen. "Nach der Beilegung der Untersuchungen können wir uns wieder auf das erfolgreiche Kerngeschäft konzentrieren", sagte Lipps. Als Ziel für 2000 nannte der Vorstandchef ein Umsatzwachstum von zehn Prozent und ein Ergebnisplus von 25 bis 30 Prozent. "Mit den neuen Produkten, die wir 2000 herausbringen werden, wollen wir weiter schneller als der Markt wachsen", sagte Lipps.

Für 1999 sollen die FMC-Aktionäre eine Dividende von 0,69 (Vorjahr 0,59) Euro je Stammaktie und 0,75 (0,64) Euro je Vorzugsaktie erhalten. Die Muttergesellschaft Fresenius AG will die Dividende für 1999 um 20 Prozent auf 1,54 Euro je Stamm- und 1,60 Euro je Vorzugsaktie anheben.

Der Fresenius-Konzern, der 50,3 Prozent der FMC-Anteile hält, habe im vergangenen Jahr vom starken Dollar profitiert, sagte Krick. Bei konstanten Wechselkursen wäre der Jahresüberschuss um 21 Prozent gewachsen. Der Konzernumsatz stieg um 15 Prozent auf 4,95 Milliarden Euro. Bei unveränderten Wechselkursen werde der Umsatz in diesem Jahr voraussichtlich um rund zehn Prozent wachsen, wobei das Ergebnis noch deutlicher zulegen werde, sagte Krick. Innerhalb von drei bis fünf Jahren wolle der Konzern die Umsatzrendite, die derzeit bei rund zwölf Prozent liege, auf 15 Prozent steigern.

Der genaue Zeitpunkt für einen Börsengang der Kabi-Sparte für Ernährungs- und Infusionstherapien stehe noch nicht fest, sagte Krick. "Für einen Börsengang müssen die Zahlen stimmen", sagte er. Fresenius habe immer erklärt, man wolle bei Kabi nach der Übernahme des internationalen Infusionsgeschäfts der schwedischen Pharmacia & Upjohn 1998 die ersten zwei Jahre auf die Restrukturierung verwenden.

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