Pharmaverband Vfa wählt neuen Vorstand : Spitzenfrau für den Pharmaverband

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller verstärkt seinen Vorstand mit der Neusser Managerin Iris Zemzoum.

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Neue Aufgabe. Iris Zemzoum wird künftig öfter in Berlin sein.
Neue Aufgabe. Iris Zemzoum wird künftig öfter in Berlin sein.Foto: promo

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (Vfa) hat zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Frau in den Vorstand gewählt. Iris Zemzoum, approbierte Ärztin und Managing Director von Janssen Deutschland, soll sich an der Spitze des Verbandes künftig um das Thema Patientenzentrierung kümmern. Vermutlich wird die Spitzenmanagerin beim Vfa aber auch an ihre bisherige Arbeit für den Pharmaverband anknüpfen können: Dort leitete die 43-Jährige zuletzt Jahre lang den Ausschuss „Strategie und Politik“. In diesem Rahmen hat sich Zemzoum unter anderem damit auseinandergesetzt, wie die Arzneimittelindustrie ihr schlechtes Image in der Bevölkerung loswerden kann. Aber auch die strategische Frage nach den Gestaltungsmöglichkeiten der Branche und die damit verbundene Zusammenarbeit verschiedener Akteure im Gesundheitswesen treiben die Spitzenmanagerin um. „Hier in Berlin haben wir schon einiges erreicht“, sagt Zemzoum. „Vor einigen Jahren saßen wir nicht mit am Tisch, heute reden wir offen miteinander“, sagt sie.

Bei der Pharmasparte von Johnson &Johnson sind 66 Prozent der Mitarbeiter Frauen

Janssen ist die Pharmasparte des amerikanischen Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson. In Deutschland arbeiten bei dem Unternehmen mit 66 Prozent der Beschäftigten überdurchschnittlich viele Frauen. Zahlreiche von ihnen haben Führungspositionen inne. Janssen zählt nach eigenen Angaben zu den zehn umsatzstärksten Arzneimittelherstellern in Deutschland und entwickelt vor allem Medikamente gegen chronische und lebensbedrohliche Krankheiten wie Krebs und Schizophrenie.

Zemzoum will die medizinische Versorgung verbessern

Für ihre neue Aufgabe beim Vfa hat Zemzoum sich vor allem vorgenommen, ihr persönliches Credo nicht aus dem Blick zu verlieren. „Die Forderung, den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen, genügt nicht“, sagt die Medizinerin. „Die Gesundheitsbranche muss sich fragen, was das konkret bedeutet, und wie wir die medizinische Versorgung verbessern können.“ In der Debatte darüber dürfe es nicht ausschließlich um die Kosten gehen, sagt Zemzoum: „Innovationen sind ohne Investitionen nicht möglich.“ Rund 14 Millionen Euro gibt der Großkonzern Johnson & Johnson täglich für die Entwicklung neuer Medikamente und Behandlungskonzepte aus, rund sechs Milliarden US-Dollar pro Jahr. Doch trotz hoher Investitionen kämen die pharmazeutischen Fortschritte der Unternehmen oft nicht im Bewusstsein der Patienten an. „Deswegen müssen wir unsere Errungenschaften mehr in den Vordergrund stellen“, sagt Zemzoum. Janssen hat aus diesem Grund gleich mehrere neue Abteilungen eingerichtet – eine davon sucht anhand von individuellen Krankengeschichten nach Lücken im Versorgungssystem.

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