Wirtschaft : Pharmazeutische Industrie: Life-Science hat sich überlebt

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Die BASF bestätigt mit dem Verkauf der Pharmasparte einen Trend in der Chemie- und Pharmaindustrie, sich von Randbereichen zu trennen. Erst am Donnerstag hatte der US-Chemiekonzern Dupont mitgeteilt, er erwäge, sich von seiner Pharmasparte zu trennen und auf die Chemie zu konzentrieren. Zudem wächst in der Pharmabranche die kritische Größe für Konzerne, wie die Fusion der Branchenriesen Glaxo Wellcome und Smithkline Beecham zeigte. Für Entwicklung und Markteinführung neuer Medikamente sind hohe Aufwendungen nötig. Die großen US-Konzerne wie Pfizer, Eli Lilly oder Merck & Co reduzierten sich in den 90er Jahren weitgehend auf das Geschäft mit Arzneimitteln. In Europa dagegen dominierte lange die Strategie des "Life-Science"-Konzerns, der sich aus Pharma, Pflanzenschutz und Lebensmitteln zusammensetzte. Doch offenbar hat sich das überlebt. Der aus der Fusion von Hoechst und Rhône-Poulenc entstandene Aventis-Konzern versucht gerade, den Agro-Bereich zu verkaufen; als möglicher Käufer gilt übrigens BASF. Vor einem knappen Jahr bereits hatte BASF für gut neun Milliarden Mark die Planzenschutz-Sparte von American Home gekauft, die sich wiederum auf Pharma konzentrieren wollen. Bei der Fusion von Sanofi-Synthelabo wurde das Veterinär- und Kosmetikgeschäft abgestoßen, vor gut einem Jahr legten Novartis und Astra Zeneca ihre Agrosparten zusammen und brachten sie unter dem Namen Syngenta an die Börse. Die Beschränkung auf Pharma hängt damit zusammen, dass die anderen Bereiche in der Regel eine geringere Rendite erreichen und Synergien zwischen den Life-Science-Sparten kaum auszuschöpfen sind. Die absehbare Zukunft der drei IG Farben-Nachfolger scheint in zwei Fällen geklärt: Hoechst setzt auf Pharma, BASF auf Chemie und Pflanzenschutz. Und Bayer? Die Frage ist noch offen.

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