• Philip Morris warnt vor massivem Stellenabbau Tabakkonzern schlägt Stufenlösung bei der Steuererhöhung vor

Wirtschaft : Philip Morris warnt vor massivem Stellenabbau Tabakkonzern schlägt Stufenlösung bei der Steuererhöhung vor

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Berlin (obu). Die geplante Erhöhung der Tabaksteuer um einen Euro pro Schachtel wird nach Ansicht des Zigarettenherstellers Philip Morris zu einem massivem Stellenabbau über die Branche hinaus führen. „Das Vorhaben bedroht Stellen vom Tabakpflanzer bis hin zum Kioskbesitzer“, sagte Hermann Striebel, Vertriebschef von Philip Morris, am Donnerstag. Der Preis einer Schachtel Zigaretten würde auf 4,40 Euro steigen.

Einer Branchenschätzung zufolge würde die Steuererhöhung, die zum 1. Januar kommenen Jahres in Kraft treten soll, zu einem Umsatzrückgang von 20 Prozent führen. Damit würde der Konzern pro Jahr mehr als zehn Milliarden Zigaretten weniger verkaufen. Philip Morris ist mit 37,2 Prozent Marktanteil, 6,5 Milliarden Euro Umsatz und 53 Milliarden verkauften Zigaretten in Deutschland führend. Zu dem Konzern gehören die Marken Marlboro, Chesterfield und f6. Er beschäftigt 3000 Mitarbeiter in Deutschland, darunter 1200 in Berlin. Weitere Werke stehen in München und Dresden.

Striebel erklärte, dass es im Falle einer Steuererhöhung auch bei Philip Morris zu einem Stellenabbau kommen werde. „Falls die Bundesregierung bei ihren Plänen bleibt, wird man in Berlin über eine reduzierte Produktion nachdenken müssen“, sagte Striebel. Genaue Zahlen nannte er nicht. Eine komplette Produktionsverlagerung nach Osteuropa und die Schließung deutscher Standorte seien vorerst nicht geplant. Auch der vorgesehene Ausbau des größten deutschen Werkes in BerlinNeukölln stehe nicht zur Disposition, sagte Striebel.

Striebel betonte die Bereitschaft seines Unternehmens, mit der Politik nach einer Lösung zu suchen, die die Geschäftsgrundlage der Branche erhalte. Er schlug vor, die Steuererhöhung in mehreren Stufen umzusetzen. „Wir benötigen ein Minimum von drei bis vier Schritten, um die Steuererhöhung marktverträglich zu gestalten“, sagte Striebel. Durch den zu befürchtenden Anstieg des Grenzhandels und die zusätzliche Nutzung anderer Vertriebswege stellte Striebel zudem in Frage, ob das Gesamtsteueraufkommen durch die geplanten Maßnahmen tatsächlich erhöht werden könne.

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