Wirtschaft : Philipp Holzmann: Trotz Sanierung weiterhin Verlust

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Aus dem ausgeglichenen Ergebnis im ersten Jahr nach der Beinahe-Pleite wurde nichts: Die schlechte Baukonjunktur im Inland, höhere Restrukturierungskosten sowie der schleppende Verkauf von Immobilien haben dem Baukonzern Philipp Holzmann im vergangenen Jahr einen Verlust von 50 Millionen Euro beschert. Allerdings war der Gewinn im Ausland deutlich höher als die von Vorstandschef Konrad Hinrichs im Sommer vorhergesagten 25 Millionen Euro. Trotz der schwierigen Geschäftslage sind nach Ansicht von Hinrichs wesentliche Ziele der Neustrukturierung erreicht, der Konzern habe an wirtschaftlicher Stabilität gewonnen. In diesem Jahr will Holzmann die Restrukturierung vorantreiben, ein positives Konzernergebnis hält Hinrichs für "erreichbar".

Das Krisenjahr 1999 hatte Holzmann mit einem Verlust von 2,7 Milliarden DM abgeschlossen. Insofern dokumentieren die vorläufigen Zahlen eine Wende. Allerdings zeigt sich auch, dass der Baukonzern im vergangenen Jahr in Deutschland einen Verlust von mindestens 150 Millionen DM eingefahren haben muss. Wie aus dem Unternehmen zu hören ist, haben vor allem die Niederlassungen in Stuttgart und in Berlin für massive rote Zahlen gesorgt. Zudem drückten höhere Sanierungskosten, weil sich für einige Beteiligungen keine Käufer fanden.

Immerhin aber konnte Holzmann die Bauleistung im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 6,6 Milliarden Euro steigern. Vor allem das US-Geschäft lief gut: Dort konnte der Konzern die Bauleistung um 26 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro steigern. In Zukunft wird sich Holzmann in Amerika auf Engineering und Service konzentrieren. Auf den anderen Auslandsmärkten will sich der Baukonzern im Tunnel-, Wasser- und Brückenbau engagieren.

Bei den Aufträgen musste Holzmann einen Rückgang hinnehmen. Der Eingang neuer Orders schrumpfte um zehn Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. In Deutschland haben sich die Einbußen in den ersten Monaten des neuen Jahres mit einem Minus von 13 Prozent fortgesetzt. Nachdem das Unternehmen in Deutschland 25 Standorte aufgegeben, die Zahl der Niederlassungen von 40 auf 15 reduziert und rund 5800 Arbeitsplätze gestrichen hat, werde es in diesem Jahr keinen massiven Einschnitt beim Personal geben, versprach Holzmann-Sprecherin Petra Rob. Ende 2000 beschäftigte der Konzern weltweit rund 22 900 Mitarbeiter.

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