Wirtschaft : Phönix aus der Asche: Wie Firmen gestärkt aus der Pleite kommen

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Zerschlagen, verkaufen, abwickeln – nicht immer muss eine Insolvenz das Aus bedeuten. In einigen Fällen gehen Teile oder ganze Firmen sogar gestärkt aus der Krise hervor. So wagte der Berliner Schreibwarenhersteller Herlitz nach der Pleite 2002 als erstes börsennotiertes deutsches Unternehmen die Restrukturierung in Eigenregie. Eine Zerschlagung wurde verhindert: Ein Teil der Gläubiger verzichtete auf Forderungen, Immobilien wurden verkauft. 2005 übernahm ein US-Investor Herlitz und übernahm auch die restlichen Insolvenzschulden. Der Sanierungskurs hatte jedoch seinen Preis: Von 3000 Beschäftigten ist heute nur etwa die Hälfte übrig.

Anders der Fall bei der Berliner Tochter des 2002 insolvent gegangenen Maschinenbauers Babcock-Borsig . Die Berlin Borsig GmbH hatte sich frühzeitig aus dem Mutterkonzern herausgelöst. Für einen Teilbereich mit etwa 500 Mitarbeitern fand sich ein neuer Käufer, im Mai 2003 übernahm ein Investor die Auffanggesellschaft mit etwa 260 Mitarbeitern.

Auch der Berliner Filmproduzent und -verleiher Senator überlebte nach einer personellen Schrumpfkur die Insolvenz. Nachdem die Firma 2004 zahlungsunfähig wurde, übernahmen Banken die Regie. Die Besonderheiten: Faule Kredite wurden weiterverkauft und von Finanzinvestoren erworben. Außerdem wurden Forderungen in Unternehmensanteile umgewandelt.

Das deutsche Insolvenzrecht favorisiert die Unternehmensfortführung. Allerdings kritisieren Experten, dass diese Chance nicht häufig genutzt wird. Statt einen Betrieb zu sanieren, würde zerschlagen und abgewickelt, um Gläubiger zu bedienen. ahe

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