Wirtschaft : Phonoverbände kämpfen gegen Musikpiraten Branche leidet unter Raubkopien und Internet-Tauschbörsen

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Berlin (tia). Der Vorsitzende der Phonoverbände in Deutschland, Gerd Gebhardt, fordert einen schärfer überwachten Kopierschutz für Tonträger wie CDs. Auch Anleitungen zum Umgehen des Schutzes müssten verboten werden. Die Instruktionen „werden immer dreister“, sagte Gebhardt bei der Vorstellung des Jahrbuchs der Phonographischen Wirtschaft in Berlin. Die EU-Urheberrecht-Richtlinie (siehe Lexikon) müsse schnell in deutsches Recht umgesetzt werden. Der Gesetzgeber hat dazu noch bis Dezember Zeit. Hintergrund ist ein „drastischer Umsatzrückgang“ bei Tonträgern um 10,2 Prozent. Besonders schmerzt die Musikindustrie, dass die Zahl von „Intensivkäufern“ um 15 Prozent zurückging, die rund zwei Fünftel des Gesamtumsatzes ausmachen.

Den Einbruch führt Gebhardt auf gebrannte CDs und Musik-Downloads aus dem Internet zurück. Als Indiz für die steigende Zahl an Raubkopien führte er an, im vergangenen Jahr seien in Deutschland erstmals mehr CD-Rohlinge verkauft worden (182 Millionen) als CD-Alben (173 Millionen), die den Löwenanteil der verkauften Tonträger ausmachen. Zudem konstatiert er in Deutschland „fast 500 Millionen Downloads aus zumeist illegalen Musikangeboten im Internet“ – das habe eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) ergeben. Das Anfertigen einer „Privatkopie“ ist hier zu Lande erlaubt – anders als beispielsweise in Großbritannien.

Die Phonoverbände befürworten den Schutz der Privatkopie, Gebhardt kritisiert aber, diese Möglichkeit sei nicht eingrenzbar und werde massenweise missbraucht. „Das ist Standard geworden.“ Auf die Musiktauschbörsen im Internet reagiert die Musikindustrie mit eigenen kostenpflichtigen Downloadseiten. Wirklich erfolgreich sind diese Angebote jedoch noch nicht.

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