Wirtschaft : Piëch holt britischen Ex-Minister in den VW-Aufsichtsrat

Der scheidende VW-Vorstandsvorsitzende Ferdinand Piëch holt den früheren britischen Handelsminister Lord David Simon of Highbury in den Aufsichtsrat des Autoherstellers. Das Kontrollgremium des Wolfsburger Unternehmens billigte auf seiner Sitzung am Freitag die Nominierung des 62 Jahre alten Ex-BP-Managers. Es machte gleichzeitig den Weg Piëchs an die Aufsichtsratsspitze frei. Er löst Mitte April den bisherigen Aufsichtsratschef Klaus Liesen ab, der dem Gremium aber weiter angehören wird. Für die beiden neuen Mitglieder müssen die Ex-Bankmanager Jürgen Krumnow und Berd Voss ihre Stühle räumen. Bis 2006 verlängert werden sollen die Mandate des Preussag-Vorstandsvorsitzenden Michael Frenzel und des Präsidenten der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierhandel, Roland Oetker. Die Hauptversammlung muss am 16. April den Vorschlägen zustimmen; das gilt angesichts der Mehrheitsverhältnisse bei VW aber als reine Formsache.

Die Nominierung des britischen Managers kam überraschend. Er gilt als Kenner der Automobilindustrie und spricht fließend Deutsch. Tony Blair machte ihn 1997 für zwei Jahre zum Minister für Handel und Wettbewerb in Europa. Zuvor war Lord Simon Top-Manager bei BP. Mit ihm rückt ein Mann mit guten EU-Kontakten in den VW-Aufsichtsrat. Der Brite gehört seit 1999 der Expertenkommission zur Reform des EU-Vertrags an. Der Aufsichtsrat stimmte außerdem dem Vorstandsvorschlag zu, für das Geschäftsjahr 2001 eine Dividende von 1,30 Euro auf Stamm- und 1,36 Euro auf Vorzugsaktien zu zahlen. Die endgültige Entscheidung trifft auch hier die Hauptversammlung. Im Vorjahr hatte der Aufsichtsrat überraschend die vom Vorstand empfohlene Dividende um 20 Cent auf 1,20 und 1,26 Euro erhöht. VW hat 2001 rund 2,93 Milliarden Euro verdient bei einem Umsatz von 88,54 Milliarden Euro.

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