Wirtschaft : Pillen per Post

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LifestyleMedikamente wie das Erektionsmittel Viagra und Medikamente für Chroniker werden schon jetzt gerne in der Versand-Apotheke bestellt – obwohl die in Deutschland erst ab 2004 erlaubt werden sollen. Darum beliefert der Internet-Apotheker Doc-Morris seine Kunden von Holland aus – und nutzt damit eine rechtliche Grauzone aus. „Fünf bis zehn Prozent billiger“ seien die Pillen im Versandhandel im Vergleich zur stationären Apotheke in Deutschland, sagt Doc-Morris-Chef Ralf Däinghaus. Das liegt daran, dass er auf die üblichen Zuzahlungen und Rezeptgebühren verzichtet und größere Mengen einkauft, als eine durchschnittliche normale Apotheke.

Däinghaus geht davon aus, dass der Preisvorteil auch bestehen bleibt, wenn der Pillen-Versand ab 2004 in Deutschland offiziell erlaubt wird, wie die Bundesregierung plant – obwohl dann mehr Wettbewerber auf den Markt kommen werden. Krankenkassen wie die BKK schätzen, dass der Versandanteil in Deutschland mittelfristig bei 7,5 Prozent des Gesamtarzneimarktes liegen kann.

Die Bestellung im Versandhandel wird sich nach Einschätzung der Krankenkassen vor allem für Chroniker lohnen: Diabetiker, Patienten mit Bluthochdruck und Asthmakranke wissen genau, welche Medikamente sie in welcher Menge benötigen und brauchen keine ausführliche Beratung durch einen stationären Apotheker. Zuzahlungen und Rezeptgebühren fallen beim Versandhandel auch künftig weg. Versandhäuser wie Quelle dürfen auch künftig keine Pillen per Post verschicken – nicht mal dann, wenn sie einen Apotheker einstellen. Das Fremdbesitzverbot bleibt auch künftig bestehen. pet

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