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Pilotenstreik : Auch Freitag und Samstag Streiks bei der Lufthansa

Die Pilotengewerkschaft Cockpit streikt auch am Freitag und Samstag. Betroffen sind Flüge auf der Langstrecke sowie von Lufthansa Cargo. Die Airline strich am Freitag 790 von 1400 Flügen - 94.000 Passagiere sind betroffen.

Die Pilotengewerkschaft Cockpit weitet den Streik bei der Lufthansa aus.
Die Pilotengewerkschaft Cockpit weitet den Streik bei der Lufthansa aus.Foto: dpa/Christian Charisius

Zum Auftakt des dritten Tags des Pilotenstreiks bei der Lufthansa sind am Freitag am Frankfurter Flughafen Hunderte Flüge abgesagt worden. Wie die Fluggesellschaft auf ihrer Internet-Seite mitteilte, würden viele europäische Städte nur vereinzelt angeflogen. Auch am Münchner Drehkreuz kommt es zu massiven Ausfällen. Die Airline richtete erneut einen Sonderflugplan ein, wie Sprecher Michael Lamberty sagte. Gestrichen wurden 790 von 1400 Flügen - rund 94.000 Passagiere sind nach Lufthansa-Angaben vom Ausstand betroffen. Am Samstag sollen gemäß einer Ankündigung der Gewerkschaft Cockpit dann wieder Langstrecken-Flüge ausfallen.
Die Töchter Germanwings und Eurowings werden nicht bestreikt und dienen daher als Ausweichmöglichkeit. Bezogen auf die gesamte Lufthansa-Gruppe würden an diesem Freitag rund drei Viertel der Flüge abheben können, betonte Lamberty. „Nach den letzten Streiktagen konnten wir durch Erfahrungswerte bereits viel ausgleichen.“ Besonders ärgerlich ist der Streik für viele Wochenend-Pendler.

Auch in Italien wird gestreikt

„Gerade der Freitag ist bei uns immer der verkehrsreichste Tag“, sagte ein Sprecher der Münchner Flughafens, wo etwa 330 Starts und Landungen auf den Kurz- und Mittelstrecken entfallen. Als zusätzliches Problem könnte sich ein Streik der Fluglotsen in Italien erweisen, der ebenfalls für Freitag angekündigt war.
Ein Ende der Streikwelle ist noch nicht abzusehen: Die Piloten von der Vereinigung Cockpit (VC) wollen den Ausstand am Samstag fortsetzen - dann wieder auf der Langstrecke und im Frachtbereich, wie die Gewerkschaft am Donnerstagabend mitteilte. Laut Lufthansa werden am vierten Streiktag in Folge etwa zwei Drittel der infrage kommenden Flüge ausfallen. Am Mittwoch waren rund 750 Verbindungen der Kurz- und Mittelstrecke gestrichen worden.

Weitere Verschärfung des Arbeitskampfes nicht ausgeschlossen

Anlass für die mittlerweile zwölfte Streikwelle ist das erneute Scheitern der Tarifgespräche zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit. Der größte Streitpunkt betrifft die Übergangsversorgung bis zur Rente der rund 5400 Piloten, die nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt werden. Beide Seiten hielten sich mangelnden Lösungswillen vor. „Es ist bedauerlich, dass der Lufthansa-Konzernvorstand weitere Arbeitskämpfe billigend in Kauf nimmt“, sagte Ilona Ritter, Vorsitzende Tarifpolitik der Gewerkschaft. Die Lufthansa kritisierte, die Piloten hätten den Tarifkonflikt über jedes Maß hinaus eskaliert.

Die Gewerkschaft sieht ihre Forderungen nicht erfüllt und verlangt, dass auch künftige Piloten in den Genuss von unternehmensfinanzierten Frührenten kommen. „Es geht nicht um die Verhinderung strategischer Unternehmensentscheidungen, sondern um die Gestaltung der Tarifbedingungen der Piloten“, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg in der am Mittwochabend veröffentlichten Erklärung. „Wer jeden Tarifvertrag als Einschränkung unternehmerischer Freiheiten sieht, unterliegt einem Fehlverständnis, das den Abschluss neuer Vereinbarungen de facto unmöglich macht.“ (dpa)

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