PINNBRETT  : Techniker gesucht

In der Wirtschaftskrise mussten viele Stellen gestrichen werden. Jetzt brummt der Konjunkturmotor wieder - und verschafft Ingenieuren gute Jobchancen: Sie sind nun gefragter denn je

Tobias Schormann

Für angehende Ingenieure ging es in den vergangen Jahren auf und ab. Erst standen die Firmen bei den Absolventen Schlange. Dann kam die Wirtschaftskrise, und mancher Maschinenbau-Student dürfte sich gefragt haben, ob er das falsche Fach gewählt hat. Jetzt geht es wieder steil aufwärts: Die Zahl freier Stellen für Ingenieure ist deutlich gestiegen. Und der chronische Fachkräftemangel beschert ihnen blendende Aussichten.

„Ein Abschluss als Ingenieur ist derzeit nahezu eine Jobgarantie“, sagt Willi Fuchs vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in Düsseldorf. Nach Berechnung des VDI gab es im Januar 72 100 offene Stellen für Maschinenbauer und andere Ingenieure. Ein Jahr zuvor waren es erst 47 600. Werden freie Jobs und arbeitslose Fachkräfte gegeneinander aufgerechnet, ergab sich im Januar ein Bedarf von 49 100 Ingenieuren.

Damit ist die Fachkräftelücke binnen eines Jahres mehr als doppelt so groß geworden. Sie sei inzwischen sogar größer als vor der Krise, erklärt Fuchs. Im Juli 2008 fehlten erst 47 355 Fachkräfte.

Entsprechend schnell finden Absolventen heute eine Stelle. Laut Branchenverband VDE benötigen vier von fünf angehenden Elektro-Ingenieuren zur Zeit weniger als zehn Bewerbungen, um eingestellt zu werden. Über alle Fachbereiche bräuchten Absolventen im Schnitt drei Monate, um eine Stelle zu finden, sagt Fuchs.

   Besonders Maschinen- und Fahrzeugbauer würden wieder „händeringend“ gesucht, sagt Fuchs. In dieser Sparte kam der VDI im Januar auf 26 700 offene Stellen – rund 56 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ähnlich groß ist der Zuwachs bei Jobangeboten für Elektro-Ingenieure, von denen Anfang des Jahres 15 900 verzeichnet wurden.

„Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau konnte 2010 seine Produktion um 8,8 Prozent steigern“, erklärt Thomas Lindner vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt am Main. „Die gute Performance Deutschlands schlägt sich natürlich auch in der Beschäftigtenentwicklung unserer Branche nieder.“ So wollen die Maschinenbauer 20 000 neue Arbeitsplätze schaffen: Bis Ende 2011 rechnet der Verband mit einem Anstieg auf 932 000 Stammbeschäftigte.

   Allerdings gibt es große regionale Unterschiede: Die meisten Jobs gibt es laut VDI in Baden-Württemberg (16 200), Nordrhein-Westfalen (14 100) und Bayern (10 500). Viel weniger sind es zum Beispiel in den ostdeutschen Ländern.

   Auch auf längere Sicht sind die Aussichten gut – das kommt Studienanfängern zugute, die sich jetzt für ein Ingenieurfach entscheiden. Sie müssten keine Angst vor einem „Schweinezyklus“ haben, sagt Fuchs. Es sei nicht zu befürchten, dass es in einigen Jahren ein Überangebot an Ingenieuren geben wird, weil sich jetzt zu viele auf einmal für diesen Beruf entscheiden. Denn in den Betrieben steht ein großer Generationswechsel bevor. „Wir haben ein Durchschnittsalter von 50 Jahren bei Ingenieuren – in den nächsten zehn Jahren werden daher bis zu 450 000 in den Ruhestand gehen.“    

Die Fachkräfte von morgen sollten dabei neben Technik auch etwas von Wirtschaft verstehen. Laut VDMA suchen die Maschinen- und Anlagenbauer Ingenieure in erster Linie zwar für klassische Felder wie Forschung, Entwicklung und Konstruktion. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) will sie in Zukunft aber auch für Vertriebsaufgaben einstellen.

Berufseinsteiger müssen sich auf neue Technologien einstellen: Elektromobilität, Solar- und Windenergie seien Branchen mit „Riesenpotenzial“ für angehende Ingenieure, sagt Willi Fuchs. „Das sind Bereiche, wo sich der Maschinenbau hinentwickelt, und die brauchen natürlich junge Leute.“ Von vornherein statt Maschinenbau ein Fach wie „Solartechnik“ oder „Nano Engineering“ zu studieren, hält Fuchs aber für riskant. „Ich kann den jungen Menschen nur empfehlen, sich nicht zu früh zu spezialisieren.“ Wichtig sei eine „breites Fundament“ in der Ausbildung. Denn mit welcher Technik Ingenieure in 30 Jahren arbeiten werden, könne aus heutiger Perspektive noch niemand sagen.   dpa

TU-Studium ab 45: Gesellschaftlich relevante Kompetenzen lernen

Kompetenzen für nachberufliche Aktivitäten in gesellschaftlich relevanten Bereichen vermittelt das Gasthörerstudium BANA an der Technischen Universität (TU) Berlin. Zielgruppe sind Menschen ab 45 Jahren. Die Studiengebühr beträgt pro Semester 60 Euro. Mehr unter: www.zewk.tu-berlin.de/v-menue/wissenschaftliche_weiterbildung/gasthoererstudium_bana.Tsp

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Das Berliner Unternehmen Community Business Communication bietet einen eintägigen Kurs für Hochschulabsolventen an, die einen Einblick in Berufe wie Unternehmensberater oder Linienmanager in einem Konzern gewinnen wollen. Der Kurs findet an drei Tagen in Berlin statt. Näheres erfahren Interessenten unter: www.c-o-m-m-unity.com. Tsp

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Abiturienten, die in die Medienwirtschaft einsteigen wollen, können an der privaten Hochschule MHMK ein dreijähriges Bachelorstudium oder den ein Semester längeren Bachelor of Arts mit Auslandserfahrung an einer der weltweiten MHMK-Partnerhochschulen absolvieren. Am 15. März ist Bewerbungsschluss. Mehr unter: www.macromedia-fachhochschule.de. Tsp

Für Coaching-Profis und -Ausbilder: 4. Berliner Coachingtag

An Berufs-Coaches, Coachingausbilder, Firmenvertreter und Coachinginteressierte wendet sich der 4. Berliner Coachingtag am 18. März. Veranstalter ist das interdisziplinäre An-Institut der Humboldt Universität „Artop“. Themen sind unter anderen Trends und die Vergleichbarkeit von Leistungen. Die Teilnahme kostet 180 Euro. Mehr dazu unter: www.berliner-coachingtag.de. Tsp

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