Pipelines : Die rot-grünen Strippenzieher

Sowohl Gerhard Schröder als auch Joschka Fischer machen sich für Pipeline-Prjekte stark. Arbeiten sie gegeneinander?

Kevin P. Hoffmann

BerlinBerlin - Bisher nahmen Beobachter eher amüsiert zur Kenntnis, dass nach Gerhard Schröder nun auch Joschka Fischer viel Geld dafür bekommt, sich um die Gasversorgung Deutschlands und Europas Gedanken zu machen. Tatsache ist, dass sich jetzt beide führende Köpfe der rot-grünen Bundesregierung (1998-2005) für Pipeline-Projekte stark machen, die sich auf den ersten Blick widersprechen.

SPD-Mann Schröder hatte bereits kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Kanzleramt einen Beratervertrag bei einem Konsortium, das russisches Gas durch die Ostsee nach Deutschland transportieren will, unterschrieben. An der sogenannten North-Stream-Pipeline hält der staatliche russische Gasmonopolist 51 Prozent. Die BASF-Tochter Wintershall und der deutsche Versorger Eon halten je 20 Prozent, die niederländische Gasunie neun.

Fischer dagegen steht seit zwei Wochen offiziell bei Eons Konkurrent RWE und dem österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV unter Vertrag, die seitens der Industrie den Bau der Nabucco-Pipeline vorantreiben wollen.

Wie groß Schröders und Fischers Anteil an der Realisierung der Projekte ist, ist unklar – zumal bisher kein Kubikmeter Gas geflossen ist. Schröder trat im Zusammenhang mit North-Stream nur bei wenigen ausgewählten Fototerminen auf. Und Joschka Fischer mochte zu seiner neuen Aufgabe bisher noch gar nichts sagen. kph

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