Wirtschaft : Pischetsrieder erwägt Zusammenarbeit mit VW

MÜNCHEN / WOLFSBURG (rtr).Der Münchener Autohersteller BMW sieht Kooperationsmöglichkeiten mit seinem Konkurrenten Volkswagen, schließt eine Fusion aber aus.Ein BMW-Sprecher bestätigte am Dienstag, BMW-Chef Bernd Pischetsrieder habe erklärt: "Ich schließe eine Kooperation zwischen unseren zwei Gruppen nicht aus".Pischetsrieder habe aber auch erklärt, er halte eine Fusion für "völlig ausgeschlossen".Ebenso erteilte er Fusionen mit Fiat, Ford und General Motors eine Absage.

Der BMW-Sprecher ergänzte, bei den von Pischetsrieder angesprochenen Kooperationsmöglichkeiten gehe es um eine produktions- und entwicklungstechnische Zusammenarbeit.Derartiges sei in der Autoindustrie weit verbreitet."Da, wo nichts markenprägendes passiert, könnte man zusammenarbeiten", sagte der Sprecher.Dagegen sei nicht an eine strategische Kooperation gedacht, geschweige denn an die Zusammenführung der beiden Autokonzerne.Über ein Zusammenrücken beider Konzerne wird in der Branche spekuliert, seit VW-Chef Ferdinand Piech vor einigen Monaten entsprechende Möglichkeiten angesprochen hatte.

Größe allein sichere das Überleben eines Unternehmens nicht, bekräftigte Pischetsrieder am Dienstag vor dem Bayrischen Export-Club in München."Die Führbarkeit eines Unternehmens ist für mich das Entscheidende." An zu großen Brocken habe sich schon mancher verschluckt.In bezug auf die 1994 übernommene Rover-Group räumte der Konzernchef allerdings ein: "Wir sind noch am Schlucken." Aber verschlucken werde sich BMW daran nicht.

Die 100prozentige BMW-Tochter Alphabet Fuhrparkmanagement GmbH mit Sitz in Frankfurt wird ab 1.Oktober ihr Deutschlandgeschäft starten.Sie wolle Kunden, die über einen gewerblichen Fuhrpark von mindestens 50 Fahrzeugen verfügen, Fuhrparklösungen anbieten, sagte Günter Lorenz, Vorstandsmitglied der BMW AG, am Dienstag in Frankfurt.Das Angebotspaket umfasse dabei "Automobile aller Marken".

Unterdessen hat Kooperations-Kandidat VW am Dienstag angekündigt, mit der Hamburger Raffay GmbH einen der größten deutschen VW- und Audi-Händler zu verkaufen.VW verhandele seit längerem mit der Stuttgarter SG Holding AG über die 16 Raffay-Betriebe in der Hansestadt.VW hatte die Raffay GmbH mit einem Jahresumsatz von 700 Mill.DM vor sechs Jahren übernommen.Zur SG Holding gehört mit der Schwabengarage bereits der weltweit größte Ford-Händler.Seit dem Erwerb von Raffay 1992 habe der Weiterverkauf festgestanden.VW wolle kein Autohändler sein und habe Raffay damals nur retten wollen.

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