Wirtschaft : Pischetsrieder scheitert bei BMW und VW

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Im Bieterwettstreit um die Nobelmarken Rolls-Royce und Bentley in den 90er Jahren lernte der damalige VW-Chef Ferdinand Piëch den damaligen BMW-Chef Bernd Pischetsrieder schätzen – Pischetsrieder hatte ihn bei den Markenrechten ausgetrickst. Als Pieschetsrieder später wegen der erfolglosen Sanierungsversuche bei der britischen BMW- Tochter Rover den Chefposten bei BMW verlor, holte ihn Piëch nach Wolfsburg. Pischetsrieder, über den dessen Mutter sagte, sein erstes Wort sei Auto gewesen, ist ein bedächtiger, umgänglicher Mann. Die technischen Fähigkeiten des Maschinenbau-Ingenieurs sind unbestritten, seine Führungsqualitäten nicht: Pischetsrieder hat das Image eines Zauderers, der die Dinge zu lange laufen lässt. Bei BMW wurde die Karriere des heute 58-Jährigen von Eberhard von Kuenheim gefördert, bei VW war sein Unterstützer jahrelang Ferdinand Piëch. Das Verhältnis ging kaputt, als im Zuge der VW-Sanierung Pischetsrieder auch die Versäumnisse seines Vorgängers benannte: Mit der Konzentration auf das Oberklassesegment (Phaeton, Bentley) hatte Piëch es verpasst, Nischenautos wie Cabrios, Minivans und Geländewagen zu entwickeln. Pischetsrieder versuchte nach und nach die Lücken zu schließen und legte sich parallel dazu mit der IG Metall wegen des teuren Haustarifs an.

Um die Kernmarke VW, die im letzten Jahr Geld verloren hat, zu sanieren, holte sich Pischetsrieder den bei Daimler-Chrysler gestürzten Manager Wolfgang Bernhard nach Wolfsburg. Und es ging voran. Mit der IG Metall wurde vor wenigen Wochen eine Einigung erzielt, und vor zehn Tagen konnte Volkswagen mitteilen, dass in den ersten neun Monaten der Gewinn um 62 Prozent gestiegen war. Es sah gut aus für VW und Pischetsrieder - bis zum Dienstag. alf

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