Wirtschaft : Pischetsrieder will VW in fünf Jahren umbauen

Konzern soll effizienter werden/Renault fällt zurück

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Los Angeles/Düsseldorf/Paris – VWVorstandschef Bernd Pischetsrieder erwartet für die Autokonjunktur in diesem Jahr keine grundlegende Verbesserung. Auf den wichtigen Absatzmärkten werde es keine signifikante Veränderung geben, sagte Pischetsrieder am Rande der Automesse in Los Angeles. Auch in Deutschland werde sich das Volumen nicht verändern. Auf dem US-Markt will VW den Absatz nach dem Rückgang um 15 Prozent 2004 in diesem Jahr zumindest stabilisieren. Dies sei das „Minimum“, sagte Vertriebsvorstand Georg Flandorfer bei der Vorstellung des neuen Jetta. Der Jetta, der in Europa als Bora verkauft wird, kommt in den USA im März auf den Markt, im Sommer in Europa. Jetta sowie Passat sind mit Abstand die beiden wichtigsten VW-Modelle in den USA. Der neue Passat wird in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Pischetsrieder sieht auch nach dem Ende des derzeit laufenden Sparprogramms „ForMotion“ noch ein Milliarden-Sparpotenzial. Mit „ForMotion“ will VW im laufenden Jahr rund drei Milliarden Euro sparen. Der eingeleitete Konzernumbau werde „bestenfalls“ in fünf Jahren abgeschlossen sein. Ziel sei die „Umstrukturierung der grundsätzlichen Prozesse im Unternehmen“, an der VW bereits arbeitet. „Wir wollen in Zukunft in der Lage sein, ein Projekt, das heute zehn Millionen Stunden kostet, mit neun Millionen Stunden zu machen.“ Zudem sollten mehr gleiche Teile in verschiedenen Modellen verwendet werden. Der „größte Unsicherheitsfaktor“ sei derzeit die Entwicklung auf dem wichtigsten VW-Auslandsmarkt China, sagte Pischetsrieder. In China sei derzeit „alles im Umbruch“. Die geplante Übernahme des britischen Autobauers Rover durch den VW-Joint-Venture-Partner SAIC, mit dem VW in Schanghai Autos baut, werfe für VW Probleme auf. Die geplante Übernahme werde von SAIC eine „Menge sowohl menschlicher als auch finanzieller Ressourcen“ verlangen. Anders als VW hat General Motors 2004 den Absatz in China deutlich erhöhen können, die Zahl der verkauften Fahrzeuge stieg um 27,2 Prozent auf 492000. Der VW-Absatz war um sechs Prozent auf 655000 Autos gesunken.

Unterdessen teilte Renault mit, den Absatz im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent auf knapp 2,5 Millionen Fahrzeuge gesteigert zu haben. Wachstumsträger waren vor allem die außereuropäischen Märkte und die Modellreihe Mégane. In Deutschland brachen die Verkäufe hingegen dramatisch ein. Den Rückgang um mehr als 19 Prozent begründet Renault vor allem mit geringeren Verkaufshilfen. Der Marktanteil fiel von 6,6 Prozent auf 5,2 Prozent. Renault behauptet damit knapp die Spitzenposition unter den Importeuren vor Toyota. dpa/HB

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