Wirtschaft : Pixelpark: Bertelsmann erhöht Beteiligung

Pixelpark erhält eine weitere Finanzspritze von Bertelsmann. Der Medienkonzern stellt dem defizitären Berliner Internetdienstleister Mittel über eine Kapitalerhöhung zur Verfügung. Bertelsmann erhöhe seinen Gesellschaftsanteil von 57,4 auf 60,3 Prozent, erklärte Pixelpark am Donnerstagabend in einer Pflichtmitteilung. Im Rahmen der Kapitalerhöhung würden 1 356 825 neue Aktien der Pixelpark AG ausgegeben. Die Bertelsmann Multimedia GmbH werde zur Zeichnung und Übernahme zu einem Bezugspreis von elf Euro je Aktie zugelassen. Das Grundkapital der Pixelpark AG werde damit von 18 756 407 Euro um 7,2 Prozent erhöht. "Wir haben Vertrauen in das Management und die Gesellschaft und glauben an den langfristigen Erfolg von Pixelpark", teilte Klaus Eierhoff, Vorstandsmitglied bei Bertelsmann und Pixelpark-Aufsichtsratschef, mit.

Zeitgleich gab Pixelpark die vorläufigen Finanzkennzahlen für das erste Quartal 2001 bekannt. Danach beträgt der Umsatz 26,1 Millionen Euro (rund 50 Millionen Mark), der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 5,2 Millionen Euro. Der vorläufige Konzernfehlbetrag liege insgesamt bei 25,3 Millionen Euro. Der operative Verlust und insbesondere der Jahresfehlbetrag würden durch Sondereffekte stark beeinflusst. Das 1991 gegründete Unternehmen ist seit Oktober 1999 am Neuen Markt notiert und beschäftigt derzeit etwa 1200 Mitarbeiter.

Die Pixelpark-Aktie legte am Freitag zeitweise um über 20 Prozent auf 12,19 Euro. Analysten der Berenberg Bank beurteilten diesen Kurssprung in einer ersten Reaktion skeptisch. "Die am Neuen Markt aufgetretene Euphorie auf Grund der Erhöhung der Beteiligung von Bertelsmann können wir nicht nachvollziehen", heißt es in einer Mitteilung. Weder der Gütersloher Medienkonzern noch Pixelpark hätten eine wirkliche Alternative zu der Kapitalerhöhung gehabt. Bertelsmann habe offenbar keinen Käufer für die Multimediagentur gefunden und nun vor der Wahl gestanden, "das Unternehmen zu liquidieren oder neue Mittel zur Verfügung zu stellen". Das Anlageurteil von Berenberg laute weiter auf "Reduzieren". "Ich glaube nicht, dass Bertelsmann Pixelpark vor dem vierten Quartal 2001 verkauft. Dann frühestens sind gute Zahlen zu sehen", sagte hingegen SES-Research-Analyst Klaus Linde. "Die Kapitalerhöhung zeigt eindeutig, dass Bertelsmann sich kümmert und Pixelpark deshalb nicht pleite gehen wird."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben