Wirtschaft : Pixelpark-Gründer Paulus Neef muss gehen

Aufsichtsrat löst Vorstandschef durch Ex-Aufsichtsrat Jürgen Richter ab/Bertelsmann-Finanzhilfe noch nicht geflossen

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Berlin (mot). Paulus Neef ist überraschend als Vorstandschef der Pixelpark AG abgelöst worden. Zum Alleinvorstand wurde der ExBertelsmann-Manager und ehemalige Springer-Chef Jürgen Richter berufen, teilte Pixelpark am Freitag mit. Richter war im Streit mit Neef am 30. November als Aufsichtsratsvorsitzender bei Pixelpark zurückgetreten. Zu Richters Nachfolger wurde am Freitag Manuel Cadmus berufen.

Der unerwartete Führungswechsel verschärft die Krise des Berliner Internetdienstleisters. Neef hatte Ende November den Abbau von weiteren 150 Stellen bekannt gegeben, nachdem er bereits zuvor massiv Stellen gestrichen hatte. Die Pixelpark-Zentrale soll mit 50 Mitarbeitern von Berlin nach Köln verlegt werden. Zugleich schoss der bisherige Mehrheitsaktionär Bertelsmann, der bereits auf Forderungen von 40 Millionen Euro verzichtet hat, nochmals 3,2 Millionen Euro zu. „Bertelsmann war nicht eingebunden“, sagte Bertelsmann-Sprecher Oliver Herrgesell zum Wechsel im Pixelpark-Vorstand. Die Berufung Richters sei eine Entscheidung des Aufsichtsrats gewesen. Ob die Sanierung nun gefährdet sei, wollte Herrgesell nicht kommentieren. Er bestätigte aber, dass die vereinbarte Finanzspritze noch nicht geflossen und die Beteiligung an Pixelpark noch nicht reduziert worden seien.

„Die Sanierung steht nicht zur Disposition“, sagte eine Pixelpark-Sprecherin. Aufsichtsrat und Vorstand würden die Umsetzung der Beschlüsse vorantreiben. Zu den Gründen des Neef-Abgangs machte sie keine Angaben. Neef hatte den einstigen Börsenliebling Pixelpark, der zu den Stars am Neuen Markt zählte, 1991 gegründet. Zwischenzeitlich war die Firma fast vier Milliarden Euro wert und hatte 1200 Beschäftigte. Nach dem Ende des Booms gelang es trotz der Aufgabe von Geschäftsaktivitäten nicht, die Verluste unter Kontrolle zu halten.

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