PKW-MAUT BRINGT WENIG UND KOSTET VIEL : ADAC: Bis zu 700 Euro müsste ein Fahrer pro Jahr zahlen

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25 MILLIARDEN MEHR



Würde die Regierung eine Pkw-Maut von fünf Cent je Kilometer einführen, kämen auf jeden Autofahrer Zusatzlasten von bis zu 700 Euro pro Jahr zu. Gleichzeitig wäre der volkswirtschaftliche Nutzen gering – der Staat würde zwar 25 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen, unter dem Strich blieben aber nur vier bis fünf Milliarden für den Haushalt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Verkehrswissenschaftlers Herbert Baum, die er im Auftrag des ADAC erstellt hat. Dessen Vizepräsident Ulrich Klaus Becker forderte den Bund auf, von einer Maut Abstand zu nehmen. „Die dramatische Verteuerung wird dazu führen, dass viele Menschen teilweise auf ihre Mobilität verzichten müssen“, sagte er am Donnerstag in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt die Maut zwar ab, Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lässt aber mögliche Varianten durchspielen. In Union und FDP finden sich zudem angesichts der Geldnot des Staates nicht wenige Maut-Befürworter.

TEURE ERHEBUNG

Der Unterschied zwischen Brutto-Einnahmen und tatsächlichem Nutzen geht auf mehrere Faktoren zurück. Zwar würde eine Autobahnmaut Energie und Zeit sparen, weil es 15 Prozent weniger Pkw-Fahrten gäbe. Auch die Umwelt profitierte. Im Gegenzug müsse der Staat auf Steuereinnahmen verzichten, mehr für Busse und Bahnen sowie die Erhebung der Maut ausgeben. Auch gehe die Wirtschaftsleistung durch die sinkende Mobilität zurück, es gäbe mehr Inflation, und in der Industrie gingen 25 000 Stellen verloren, weil wegen der geringeren Kilometerleistung seltener Autos gekauft würden.brö

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