Wirtschaft : Plädoyer für Investitionen in Israel

FRANKFURT/MAIN (tsp).Bundesaußenminister Klaus Kinkel (FDP) und der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Bodo Hombach (SPD) haben deutsche Unternehmen aufgefordert, mutiger als bisher in Israel zu investieren.Israel sei eines der wirtschaftlich erfolgreichsten Länder der Welt, sagte Kinkel auf einer deutsch-israelischen Tagung am Dienstag in Frankfurt vor 200 Vertretern aus Wirtschaft und Politik.

Große Chancen für Kooperationen und Investitionen haben deutsche Firmen nach Kinkels Worten beim Aufbau des öffentlichen Verkehrssystems in Tel Aviv und Jerusalem, der Modernisierung des Eisenbahnwesens oder beim Ausbau des Flughafens Ben Gurion.Die bisher größte deutsche Einzelinvestition in Israel, ein 1996 vereinbartes Gemeinschaftsprojekt von Volkswagen mit den Dead Sea Works, müsse Nachahmer finden.Kinkel betonte, die Unterstützung der mittelständischen Wirtschaft habe er zu einem Schwerpunkt der Außenwirtschaftsförderung im Auswärtigen Amt gemacht.

Er fügte hinzu, Israel habe sich zu einem attraktiven Markt und lohnenden Handelspartner für deutsche Unternehmen entwickelt.Das bilaterale Handelsvolumen sei 1997 um 10,9 Prozent auf 6,1 Mrd.DM gewachsen.Damit sei Deutschland nach den USA zweitwichtigster Handelspartner Israels.Die früheren Vorbehalte gegen deutsche Produkte seien fast völlig überwunden.

Bodo Hombach erklärte, es sei kaum zu verstehen, daß die deutsche Wirtschaft die Herausforderung des High-tech-Marktes in Israel noch nicht angenommen habe.Es zeige "die Schwäche des deutschen Mittelstands, der sich nicht genug ausländischen Märkten öffnet." Es sei "sensationell", in welchem Ausmaß in Israel Wagniskapital vorhanden sei.Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer würdigte die "überragenden Erfolge" Israels in der Wirtschafts- und Finanzpolitik.Auch die Deutschen könnten von Israels wirtschaftspolitischen Konzepten lernen.

Der Präsident der israelischen Notenbank, Jacob Frenkel, nannte als Schlüssel für die wirtschaftlichen Erfolge Israels die mutige Liberalisierung des israelischen Marktes für Waren und Kapital, die Stabilisierung der Währung und des Staatshaushaltes sowie den Abbau des Staatsanteils.Nicht mehr verwendet würden alte und gefährliche Rezepte der Wirtschaftspolitik wie die Abschottung des Binnemarktes oder der Versuch, mit Inflation und Staatsprogrammen Wachstum und Arbeitsplätze zu sichern.Bei der Globalisierung seien "nicht die Großen gegen die Kleinen Sieger, sondern vor allem die Schnellen gegen die Langsamen".

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben