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Pläne für Ex-Airport : Tegel unter Strom

03.04.2011 10:25 Uhrvon

Der Fortschritt ist leise. Auf dem Flughafen Tegel, wo heute noch der Lärm des laufenden Flugbetriebs zu hören ist, soll in Zukunft geräuschlose Elektromobilität erforscht, entwickelt und produziert werden.

Die Nachnutzung des Airports, der 2012 geschlossen wird, ist Bestandteil des „Masterplans Industriestadt Berlin“, der bis ins Jahr 2020 reicht – das Jahr, in dem nach den Plänen der Bundesregierung eine Million E-Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein sollen.

Die Berliner Vision wirbt mit einem Standortvorteil, den nur noch wenige Metropolen bieten: Platz. Knapp 210 Hektar am nördlichen Rand der Innenstadt sollen zur gewerblich-industriellen Nutzung zur Verfügung stehen. Ende Februar hat der Senat ein entsprechendes „Standortprofil“ beschlossen, das die Fläche als „Forschungs- und Industriepark für Zukunftstechnologien“ ausweist.

Grundlage ist eine Studie des Beratungsunternehmens A.T. Kearney, das sich 80 internationale und 180 nationale Industriestandorte genauer angeschaut hat, um mögliche Erfolgsfaktoren für Berlin zu erarbeiten. „Die Leitfrage unserer Untersuchung war: Was ist übrig geblieben vom Industriestandort und in welcher Nische kann die Stadt industriell wieder erfolgreich sein“, sagt Robert A. Ziegler von A.T. Kearney. International wettbewerbsfähig sei Berlin bei den Themen urbane Mobilität, Green Energy und neue Werkstoffe. Kompetenzfelder, die Tegel ein Profil geben sollen. „Klares Ziel ist die Ansiedlung von größeren Unternehmen, die von außen kommen“, sagt Ziegler. Tegel dürfe dabei andere Standorte wie Adlershof oder Tempelhof nicht kannibalisieren. „Linke Tasche, rechte Tasche, das macht keinen Sinn.“

Zukunft ist das Zauberwort. Seit 2009 wird geplant, unlängst wurde das Tegel-Projekt auf der Immobilienmesse in Cannes präsentiert. Ein Entwicklungsträger fehlt noch. Ob es irgendwann auch eine Batteriefabrik in Tegel geben wird, wie sich das die Stadtplaner wünschen, ist ungewiss. Auch Wirtschaftssenator Harald Wolf bleibt vorsichtig: „Welche Rolle dieser speziellen Produktion in der zukünftigen Entwicklung Tegels zukommen wird, lässt sich zum jetzigen, noch sehr frühen Zeitpunkt seriös noch nicht vorhersagen.“

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