Wirtschaft : Pläne setzen Traditionsbörsen unter Erfolgsdruck

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Die europäischen Traditionsbörsen stehen unter Erfolgsdruck: Vor gut zwei Wochen waren Pläne von US-Investmentbanken bekannt geworden, die möglicherweise eine eigene Europa-Börse starten wollen und somit in direkte Konkurrenz zu den traditionellen Börsen treten würden. Die großen US-Broker Goldman Sachs, Morgan Stanley, J.P. Morgan und Merrill Lynch, die über Erfahrung mit entsprechenden elektronischen Systemen in den USA verfügen, führen derzeit Sondierungsgespräche mit Banken über die gesetzlichen Voraussetzungen einer überwachten Börse. Unlängst bestätigte etwa die Dresdner Bank entsprechende Kontakte. Auch andere Großbanken sollen sich bereits wohlwollend über das Vorhaben geäußert haben. Die Beteiligung der Banken ist deshalb wichtig, weil sie einen hohen Anteil am Aktienhandel auf sich vereinigen.

Geboren wurden die Pläne der Investmenthäuser in den USA, wo der Streit zwischen den Finanzzentren und Börsen einen einheitlichen Kapitalmarkt bislang verhindert hat. Auch der europäische Kapitalmarkt mit vielen nationalen Einzelbörsen ist den US-Firmen offenkundig zu zersplittert. Die Pläne für eine Europa-Börse sollen deshalb so schnell wie möglich, wahrscheinlich schon im kommenden Jahr, realisiert werden. Später, so heißt es, werde die neue Gemeinschaftsbörse zu einem globalen Handelsplatz verknüpft werden. Sollten die Kooperationspläne Realität werden, droht den nationalen Börsen und erst recht den deutschen Regionalbörsen ein Verweis in die zweite Reihe. Brokerfirmen würden das Geschäft mit den Nebenwerten und kleinen Aktien übernehmen.

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