Plan-Insolvenz : Sinn-Leffers in der Krise

Der Bekleidungskette Sinn-Leffers soll die Zahlungsunfähigkeit drohen. Davon berichten deutsche Medien. Der Konzern selber will sich erst am Mittwoch ausführlich dazu äußern.

Frankfurt/HagenDie Bekleidungskette Sinn-Leffers steckt in der Krise. "Wir hoffen, dass wir mindestens zwei Drittel der Stellen erhalten können", sagte der Sprecher der Sinn-Leffers-Geschäftsführung, Patrick Feller, der "Welt". Zu Berichten, das Unternehmen mit gut 4100 Mitarbeitern werde an diesem Donnerstag beim Amtsgericht Hagen wegen drohender Zahlungsunfähigkeit eine sogenannte Plan-Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen, wollte sich Sinn-Leffers am Dienstag offiziell nicht äußern.

Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi äußerte sich zuversichtlich, dass das Unternehmen gerettet werden kann. Die rechtlich seltene Form der sogenannten Plan-Insolvenz könne nur bei einer drohenden Zahlungsunfähigkeit beantragt werden, nicht jedoch bei einer bereits eingetretenen Zahlungsunfähigkeit. "Das heißt im Umkehrschluss, dass die Zahlungsunfähigkeit noch nicht eingetreten ist", sagte er. Die Gewerkschaft gehe derzeit davon aus, dass das Unternehmen fortgeführt werden könne. "Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen."

Am Mittwoch will man Stellung nehmen

Bei einer Pressekonferenz in Dortmund will Sinn-Leffers am Mittwoch zur Geschäftsentwicklung und dem weiteren Vorgehen Stellung nehmen. Der Sinn-Leffers-Aufsichtsrat kam bereits am Dienstag in Dortmund zu einer Sondersitzung zusammen.

Laut "Focus Online" strebt die Frankfurter Beteiligungsfirma Deutsche Industrie-Holding, zu der Sinn-Leffers seit Juni komplett gehört, keinen Verkauf an, sondern will die 47 Häuser in Eigenregie sanieren.

Am vergangenen Donnerstag hatte die Warenhauskette Hertie wegen Finanzproblemen des britischen Haupteigentümers Dawnay Day Insolvenz angemeldet. Zusammen mit dem Insolvenzverwalter werden nun alle 72 Standorte auf ihre Rentabilität untersucht. Auch Hertie beschäftigt etwa 4100 Menschen. (mpr/dpa)

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