Planspiel Börse : Bauch gewinnt

Drei Mädchen beenden als Sieger das Berliner Planspiel Börse. Sie setzten auf Kosmetik und Sicherheit.

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Siegerinnen. Dieu Hoa Pham und Linda Tran Thuy Linh. Foto: Mike Wolff

Berlin - Wer glaubt, an der Börse könnten nur knallharte Analysten und gewissenlose Zocker Erfolg haben, wurde beim Planspiel Börse der Sparkassen eines Besseren belehrt. In Berlin haben Hoa Pham, Julia Machleit und Linda Tran Thuy Linh gewonnen. Sie nennen sich „HoLiJu“. Hoa Pham, die Sprecherin der drei Mädchen vom Barnim-Gymnasium, meint, sie hätten ihren Erfolg vor allem ihrem Bauchgefühl zu verdanken. Mit Werten wie Douglas und L’Oréal hat ihr Team in zweieinhalb Monaten einen Gewinn von fast sechstausend Euro erzielt. Fiktiv natürlich.

Anfang Oktober waren europaweit 45 400 Schülerteams und 2400 Studententeams mit einem virtuellen Budget in Höhe von 50 000 Euro gestartet. Über das Internet konnten die Teilnehmer in 175 verschiedene Wertpapiere investieren. Die Kurse entsprachen den Werten an der realen Börse.

Im echten Leben gewinnen HoLiJu jetzt immerhin 400 Euro. Sie haben sich mit einem Spielstand von 55 873 Euro gegenüber 556 Berliner Teams durchgesetzt. Nur knapp 300 Euro weniger erzielten die zweitplatzierten Sven Gaul, Johannes Ennulat und Ronny Rachow vom Team „blub“. Sie sind Berufsschüler am Oberstufenzentrum Informationstechnik und Medizintechnik. Den dritten Platz belegen die „Boersencrasher“ um Sprecher David Gajda vom Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasium. Auch für die Plätze 2 bis 15 gibt es kleine Geldpreise, auch für die teilnehmenden Schulen.

Im bundesweiten Ranking tauchen die Berliner nicht in den Top Ten auf. Gewonnen haben hier mit über 59 600 Euro im Depot die „Küstenjungs“ aus Oldenburg in Holstein.

Brigitte Naumann, Lehrerin für das Fach Wirtschaft am Barnim-Gymnasium, meint, dass alle Schüler beim Planspiel Börse viel gewonnen hätten. „Sie haben gelernt: An der Börse kann man schnell Gewinn machen, aber noch schneller Verluste“, sagt die Lehrerin. Die Börsenspieler hätten begonnen, Wirtschaftsnachrichten zu lesen und mit der Kursentwicklung an der Börse zu vergleichen. Sie glaubt, die Schüler könnten die Mechanismen der Börse jetzt besser einschätzen und würden im echten Leben vorsichtig agieren, anstatt zu zocken.

Dass Zockerei nicht unbedingt zum Ziel führt, zeigt auch der Sieg von HoLiJu. Während andere Schüler täglich wild gekauft und verkauft haben, haben die Mädchen nur wenige Transaktionen vorgenommen. „Wir dachten, da kann man nicht so viel verlieren“, sagt Hoa Pham. „Und Sicherheit geht vor.“ mirs

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