Wirtschaft : Pleiten bedrohen 150 000 Jobs Maschinenbauer senken Prognose für 2013

Neuss /Frankfurt am Main - Die schwache Konjunktur zwingt immer mehr Unternehmen in Deutschland zur Aufgabe. Die Zahl der Firmenpleiten stieg im ersten Halbjahr um 3,4 Prozent auf 15 430. In einer der wichtigsten Branchen, dem Maschinenbau, trüben sich die Aussichten merklich ein. Der Branchenverband VDMA geht für 2013 nicht mehr von Wachstum, sondern von einem schrumpfenden Produktionsvolumen aus.

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen seien im ersten Halbjahr ins wirtschaftliche Abseits geraten, berichtete die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Donnerstag. Spektakuläre Pleiten von Großunternehmen habe es in diesem Jahr dagegen bislang nicht gegeben. Für das Gesamtjahr 2013 rechnet Creditreform mit einem leichten Anstieg der Firmeninsolvenzen gegenüber dem Vorjahr auf 30 000 bis 31 000.

Durch die Insolvenz ihres Arbeitgebers waren die Jobs von insgesamt 148 000 Beschäftigten bedroht. Mit einem tatsächlichen Verlust des Arbeitsplatzes müssten vor allem Mitarbeiter in kleineren Unternehmen rechnen, während in größeren Betrieben häufig Lösungen zum Erhalt der Stellen gefunden werden könnten, so der Sprecher.

Private Verbraucherinsolvenzen gingen dagegen im ersten Halbjahr um 4,2 Prozent auf 47 930 zurück. Tatsächlich sei allerdings davon auszugehen, dass mehr als sechs Millionen Erwachsene in Deutschland überschuldet seien. Den durch Insolvenzen entstandenen volkswirtschaftlichen Schaden bezifferte Creditreform für das erste Halbjahr auf 16,5 Milliarden Euro, für das Gesamtjahr auf rund 33 Milliarden Euro.

Der deutsche Maschinenbau wird nach einem enttäuschenden Start ins Jahr 2013 nicht wie bisher erwartet zwei Prozent mehr, sondern ein Prozent weniger produzieren als im Vorjahr, wie der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau mitteilte. Wichtige Rahmendaten hätten sich weniger dynamisch entwickelt als angenommen. „Unser Ziel eines nochmaligen Wachstums in diesem Jahr halten wir für nicht mehr realisierbar“, sagte VDMA- Präsident Thomas Lindner. Vor allem das Inlandsgeschäft bereite Sorgen. dpa

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