Wirtschaft : Pleiten, Pech und Pannen

Johannes Ludewig: Noch zu Jahresbeginn galt der Bahnchef als einer der wenigen Politiker, deren Wechsel in die private Wirtschaft fast reibungslos gelungen war.Mit dem Unglück von Eschede begann seine Pechsträhne: Die Bahn mußte Züge vom Gleis nehmen, weil die Neigetechnik versagte, Verspätungen häuften sich, Mitarbeiter äußerten ihre Unzufriedenheit mit dem Unternehmen Zukunft öffentlich.Schließlich distanzierte sich auch noch Aufsichtsratschef Heinz Dürr öffentlich vom Bahnchef.Und Ludewig-Protegé Axel Nawrocki machte nur dadurch Schlagzeilen, daß er Politikern und Unternehmern Jahresnetzkarten schenkte.



Birgit Breuel: Zuerst war es ein Gewinn, dann eine schwarze, dann eine rote Null, und inzwischen schwört Expo-Chefin Birgit Breuel, mehr als 400 Mill.DM Verlust werde die Expo 2000 in Hannover nicht machen.Der Bürgschaftsrahmen wurde allerdings vorsichtshalber auf 1,77 Mrd.DM hochgefahren.Der Grund: Die Expo verkauft bislang weniger Karten als geplant, die Rechnungen müssen trotzdem jetzt bezahlt werden.



Eberhard Martini: Noch zum Zeitpunkt der Fusion galt der Chef der Bayerischen Hypothekenbank und ehemalige Präsident des Bankenverbandes als Erfolgsmensch: Vergessen war die mißlungene Aktion der Bankenmilliarde für die neuen Länder, stattdessen wurde die Fusion der beiden Bayernbanken als großartiges Ereignis im weißblauen Wirtschaftsleben annonciert.Das war es auch - vor allem das Schauspiel, das der neue Hypovereinsbankchef Albrecht Schmidt inszenierte.Martini habe Risiken der BayernHyp in Milliardenhöhe verschwiegen, oder noch schlimmer: Er habe nicht einmal gewußt, was in seiner Bank vorgehe.Der Streit wurde nur mühsam gekittet, beschädigt blieben beide.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben